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Gibt es einen neuen "Masterplan"?

Gerade erst hat Horst Seehofer seinen Rücktritt als CSU-Vorsitzender angekündigt. Viele hatten angenommen, dass er damit auch sein Amt als Innenminister aufgeben will – was er vor wenigen Wochen selbst so versprochen hatte. (bento)

Doch Horst Seehofer will im Amt bleiben – und zeigt nun mit einem neuen Abschiebe-Plan, was er als Innenminister noch so vor hat.

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, das Innenministerium habe einen Fünf-Punkte-Plan ausgearbeitet, mit dem abgelehnte Asylbewerber schneller abgeschoben werden sollen. Der Zeitung liege der Plan aus dem Innenministerium bereits vor. 

Am Sonntagabend widersprach das Ministerium allerdings teilweise. So ein Papier gebe es nicht – ein neues Gesetz für schnellere Abschiebungen sei aber geplant.

Das sind die fünf angeblichen Maßnahmen:

  1. Nächtliche Meldepflicht: Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, sollen sich abmelden, wenn sie zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens raus wollen. So soll verhindert werden, dass sie heimlich untertauchen. In Hessen und Niedersachsen gibt es die Anwesenheitspflicht schon.
  2. Chipkarten: Flüchtlinge sollen ihre Post nur noch mit Chipkarte abholen können. So kann registriert werden, wann sie einen Abschiebebescheid erhalten haben – die Briefe können nicht verschwinden.
  3. "No-Name-Buchungen": Eigentlich gibt es Flugtickets nur gegen Namen. Das Innenministerium will aber Vereinbarungen mit Fluggesellschaften treffen, Plätze auch ohne Personenzuordnungen buchen zu dürfen. Warum? Taucht ein Flüchtling vor seiner Abschiebung unter, kann ein anderer an seiner Stelle an Bord geschickt werden. 
  4. Mehr Ärzte in "Ankerzentren": Bisher ist medizinisches Personal in den Sammellagern nur tageweise beschäftigt. Nun sollen sie fest angestellt werden – damit bei abgelehnten Asylbewerbern schneller die "Reisefähigkeit" geprüft werden kann.
  5. Zentrales Abschieberegister: Künftig soll es eine bundesweite Datenbank geben, auf die alle Behörden – von Polizei bis Bamf – Zugriff haben. Dort sollen alle Abschiebetermine registriert sein. Außerdem soll jedes Bundesland eine eigene "Überstellungsbehörde" bekommen, damit Abschiebungen besser koordiniert werden. 

Ein Sprecher des Innenministeriums betonte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, "in Kürze" werde ein Gesetzentwurf vorgelegt, der Regelungen zu Ausreisepflichten und zur Durchsetzung von Abschiebungen enthalte. Die von der "Bild am Sonntag" genannten Punkte seien aber nicht Gegenstand des Gesetzesentwurfes.

Was stimmt und Inhalt des Gesetzes wird, wird sich also noch zeigen.

Warum das alles?

Seehofer will stärker gegen straffällig gewordene Asylbewerber und Gefährder vorgehen. Viele schaffen es, die Behörden immer wieder auszutricksen und unterzutauchen. Über alle Parteien hinweg sind sich Migrationspolitiker einig, einmal abgelehnte Asylbewerber schneller loszuwerden zu wollen. 

Seehofer selbst hatte das Thema Abschiebungen zu einem seiner Kernthemen erklärt und kündigte "null Toleranz gegenüber Straftätern" an. Selbst für das Bürgerkriegsland Syrien gibt es Pläne:

Hinweis: In einer ersten Version des Textes hatten wir nur über die Infos der "Bild am Sonntag" berichtet. Das Dementi des Innenministeriums haben wir am Sonntagabend ergänzt.


Fühlen

Man kann sich den G-Punkt vergrößern lassen. Bringt das was?
Klingt schmerzhaft, soll aber angeblich die Lust steigern.

Besserer Sex – den wünschen sich viele Frauen. Manche ergreifen ungewöhnliche Maßnahmen, um ihn zu bekommen. Sex-Bloggerin Leila Lowfire zum Beispiel: Sie verkündete kürzlich in ihrem Podcast "Besser als Sex", dass sie sich ihren G-Punkt aufspritzen ließ. 

Der G-Punkt gilt als die weibliche erogene Zone schlechthin. Wer diesen Punkt – oder besser gesagt: dieses Areal – stimuliert, bringe die Frau quasi auf Knopfdruck zum Orgasmus, behauptete der deutsche Gynäkologe Ernst Gräfenberg, der den G-Punkt das erste Mal beschrieben hat (Journal of Sexology). Also nur eine Frage der Zeit, bis findige Chirurgen auf die Idee kamen, den Lustpunkt künstlich zu vergrößern. (Ärzteblatt)   

Doch ist der G-Punkt wirklich eine so erogene Zone? Wie funktioniert das Aufspritzen und wie sicher ist der Eingriff? 

Das haben wir Dan mon O'Dey gefragt. O'Dey ist Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie am Luisenhospital in Aachen. In seiner Klinik werden zwar keine G-Punkte aufgespritzt, mit der Technik selbst ist er dennoch vertraut. 

Die ewige Frage: Gibt es den G-Punkt überhaupt?

"Das lässt sich bis heute nicht eindeutig sagen", erklärt Chirurg O'Dey. Über den G-Punkt ist in den letzten Jahrzehnten zwar viel geschrieben worden, anatomisch nachgewiesen wurde er jedoch nie. Schon Entdecker Gräfenberg hatte das Areal nicht bei einer repräsentativen Studie, sondern lediglich durch persönliche Beobachtung identifiziert. 

Im Jahr 2012 verkündete der US-amerikanische Arzt Adam Ostrzenski, in der Nähe der Scheide eine sackähnliche, etwa acht Millimeter lange und dreieinhalb Millimeter breite Gewebestruktur gefunden zu haben, die er für den G-Punkt hielt. ("Journal of Sexual Medicine"). Das Problem: Ostrzenskis Befund basiert auf der Obduktion einer 83-jährigen Frauenleiche, die sich nicht mehr dazu äußern konnte, ob die Stelle mit besonderer Lust verbunden war. Und selbst wenn, bliebe es ein Einzelfall