Bild: Getty Images/Chris McGrath
"Wir werden unseren Kampf gegen die Unterdrückung fortsetzen."
Was ist passiert?

Ein Gericht in Hongkong hat drei Anführer der Studentenproteste schuldig gesprochen. Joshua Wong, 19, wurde verurteilt, weil er 2014 an einer "unrechtmäßigen Versammlung" teilgenommen habe. Die Demonstration vor dem Regierungsgebäude in Hongkong hatte monatelange Proteste ausgelöst. Wong drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Das Gericht verurteilte auch die Studentenführer Alex Chow und Nathan Law – Chow wegen Beihilfe und Law wegen Anstiftung. Das Strafmaß soll im August verkündet werden. Die drei jungen Männer sind auf Kaution frei. (Tagesschau)

Was sind die Regenschirm-Proteste?

Studenten und Schüler demonstrierten 2014 in Hongkong für mehr Demokratie und legten zwei Monate lang zum Teil das öffentliche Leben lahm. Die Demonstranten schützten sich am 27. und 28. September bei einer Demonstration mit Regenschirmen gegen das Pfefferspray der Polizei und den Regen. Seitdem ist oft von "Umbrella-Movement" die Rede, die Bezeichnung Occupy Central wird häufig verwendet, weil die Demonstranten die Finanz- und Regierungsbezirke im Zentrum Hongkongs besetzten.

Mit Regenschirmen gegen Pfefferspray – die Bilder der Proteste

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Mit der Besetzung setzten sich die Demonstranten für eine freie Wahl des nächsten örtlichen Regierungschefs 2017 ein. Zuvor hatte die chinesische Zentralregierung entschieden, dass die Bürger Hongkongs ihren Verwaltungschef zwar direkt wählen können – antreten dürfen aber nur ausgewählte Kandidaten. Die Kandidaten sind also ganz auf Linie mit der chinesischen Regierung. Trotz der heftigen Proteste hat China seine Entscheidung bis heute nicht geändert.

Hongkong ist eine ehemalige britische Kolonie und gehört seit 1997 wieder zu China. Für 50 Jahre wurden ihr allerdings weitreichende Autonomierechte zugesagt. Die Demonstranten werfen dem Land vor, sich daran nicht zu halten und zu viel Einfluss auf Hongkong auszuüben. Neuere Protestbewegungen wie Nuit Debout in Frankreich orientieren sich an den Regenschirm-Protesten.

Was sagt Wong?
Wir wissen, dass es ein langer Kampf wird, gegen das mächtigste kommunistische Regime der Welt für die Demokratie einzutreten. Egal wie die Strafe ausfällt: Wir werden unseren Kampf gegen die Unterdrückung fortsetzen.
Joshua Wong
Was sagt Amnesty?

Mabel Au von Amnesty in Hongkong: "Die Strafverfolgung der Studentenführer wegen vager Anklagen hat den Beigeschmack politischer Rache durch die Behörden."

Auf Twitter solidarisieren sich seine Unterstützer mit Wong

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