Bild: Joern Pollex/Getty Images
Der Vorschlag ist immer noch diskriminierend.

Schwule und bisexuelle Männer dürfen in Deutschland kein Blut spenden. Die Regel gilt, weil Männer, die mit Männern Sex haben, ein deutlich höheres Risiko für Infektionskrankheiten als andere Gruppen tragen sollen. 

Nun steht das Verbot vor einer Lockerung: Die Bundesärztekammer hat eine neue Richtlinie erarbeitet.

Laut "Tagesspiegel" wird das Papier am Montag offiziell vorgestellt, online ist es aber bereits hier verfügbar. Die größte Änderung der "Richtlinie Hämotherapie": Schwulen und Bisexuellen soll Blutspenden künftig erlaubt sein.

Doch es gibt einen Haken: Die Männer dürfen mindestens zwölf Monate lang keinen Sex gehabt haben.

Das gilt allgemein, also auch für Sex mit dem eigenen Lebenspartner oder Ehemann. Eine ähnliche Regel gilt bereits in der Schweiz (bento).

Soll heißen: Schwule werden immer noch als "Risikogruppe" angesehen. Erst, wenn sie keusch leben, wird ihnen Blutspenden erlaubt.

  • Für Transsexuelle gilt diese Regel nicht. Sie sollen nur dann kein Blut spenden, wenn sie in den zwölf Monaten durch "sexuelles Risikoverhalten" auffielen. Die gleiche Empfehlung gilt auch für Heterosexuelle
  • Die einzige Gruppe, die genauso wie Schwule und Bisexuelle Männer diskriminiert wird, sind Sexarbeiter. Auch sie dürfen erst spenden, wenn sie zwölf Monate enthaltsam waren.
Woher weiß jemand, ob ein Mann "enthaltsam" war?

Spender müssen vor der Blutentnahme einen umfangreichen Fragebogen (hier findest du ihn) ausfüllen. Dabei machen sie nicht nur Angaben zu ihrer Gesundheit – sondern auch zum Lebenswandel. Es gibt Fragen zu Tattoos, Lebenswandel und auch zum Sexualverhalten.

In den EU-Staaten Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien ist man schon weiter: Dort wird nur das Risikoverhalten des Spenders betrachtet – also wie oft er Sex hat. Nicht aber, mit wem er Sex hat. (bento)

Was also gut ist: 

Erstmals werden Männer, die mit Männern Sex haben, nicht mehr grundsätzlich diskriminiert. 

Schlecht bleibt: 

Der Vorschlag der Ärztekammer sieht sie immer noch als anders "gegenüber der Allgemeinbevölkerung" an.


Haha

Martin Schulz ist Grill-König von Deutschland
Okay, okay – nicht DER Martin Schulz.

Martin Schulz hat am Wochenende die Deutschen Grillmeisterschaften im hessischen Fulda gewonnen. 

Schulz und sein Team "Grill-Doch-Mal" servierten unter anderem die Kreation "Bayerischer Grillbauch trifft Asia Burger", auch beim am besten gegrillten Fisch und Dessert konnten sie punkten. 

Hier freut sich Grillmeister Martin Schulz: