Bild: picture alliance/dpa/Niall Carson
In Irland wird über das Recht auf Abtreibung entschieden.

Am Freitag stimmen Irinnen und Iren in einem Volksentscheid über eine Reform des Abtreibungsverbotes ab. Das irische Kabinett hatte im Januar einem solchen Referendum zum Abtreibungsgesetz zugestimmt. (bento)

Premierminister Leo Varadkar schrieb damals auf Twitter

Wir wissen, dass jedes Jahr Tausende irische Frauen – aus jedem Bezirk des Landes – für Abtreibungen ins Ausland gehen. Wir wissen, dass viele Frauen Abtreibungspillen per Post bestellen, um ihre Schwangerschaften zu beenden. Es gibt Abtreibungen in Irland, aber sie sind nicht sicher, nicht geregelt und illegal.

Viele Iren, die in Großbritannien, Australien, Neuseeland, den USA und Südamerika leben, fliegen für die Abstimmung jetzt extra nach Hause. 

Unter dem Hashtag #hometovote berichten sie auf Twitter, warum sie an der Abstimmung teilnehmen und dafür extra anreisen. Sie möchten etwas verändern, für die Rechte von Frauen kämpfen:  

Twitter-Nutzerin Noleen erzählt, wie sie ihren Sohn vom Flughafen in Dublin abholt, der extra für den Volksentscheid angereist ist. Er dürfe als Homosexueller seit 2015 offiziell in Irland heiraten – jetzt wolle er Frauen dabei helfen, in dem Land endlich über ihren eigenen Körper entscheiden zu dürfen.  

Chris erzählt von seiner Tochter, die aus Toronto anreisen wird. Sie habe extra unbezahlten Urlaub genommen, um bei der Abstimmung dabei sein zu können und fliege am Samstag sofort wieder zurück. 

Joe bietet Fahrdienste zu den Wahllokalen an, Alice kann nicht nach Irland reisen und möchte stattdessen für die Flugtickets anderer aufkommen.

Cora ist angereist, um abzustimmen, weil "die Frauen in Irland etwas Besseres verdient haben". Es gehe nicht um das Entscheidungsrecht an sich, sondern vor allem um freien Zugang zur Gesundheitsversorgung, um grundlegende Menschenrechte. 

Das Ziel ist klar: Sie möchten gemeinsam etwas bewegen und andere ermutigen, es ihnen gleichzutun.   

Worum geht es bei der Abstimmung?

Seit 1983 ist das Abtreibungsverbot im irischen Gesetz festgeschrieben. Damals stimmten bei einem Referendum 67 Prozent der Stimmberechtigten für den achten Zusatz zur Verfassung, der das Recht auf Leben für die Mutter und den Embryo festschreibt. (SPIEGEL ONLINE)

Das Gesetz legte bislang Folgendes fest: 

  •  Abtreibungen sind auch nach einer Vergewaltigung verboten. 
  • Ein Abbruch ist nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.
  • Bei einer illegalen Abtreibung drohen bis zu 14 Jahre Haft.

Wenn die Mehrheit der Stimmberechtigten bei dem Volksentscheid am Freitag mit "Ja" stimmt, würde die Streichung des Zusatzartikels dem Parlament die Möglichkeit geben, Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu legalisieren.

In der Vergangenheit gab es in Irland bereits zahlreiche Proteste gegen das Abtreibungsverbot.

2016 erzählten zwei Frauen aus Irland auf Twitter von ihren Abtreibungen, für die sie extra nach Großbritannien flogen. Die Geschichte erreichte sogar den irischen Gesundheitsminister. Die Frauen sind mit ihrer Entscheidung nicht alleine – jährlich reisen Tausende irische Frauen zur Abtreibung aus, die Kosten dafür müssen sie selbst tragen. (bento)

2017 reiste eine Gruppe von Aktivistinnen mit einem Bus durch Irland, um über Abtreibungspillen aufzuklären und erregte damit viel Aufmerksamkeit. Die Aktion kam nicht bei allen gut an. "Eine Gruppe Abtreibungsgegner – hauptsächlich ältere Männer mit Bildern von toten Föten – folgen uns seit Beginn unserer Kampagne", erzählte Aktivistin Rita Harrold damals. (bento)

Die Chancen stehen gut, dass das Abtreibungsverbot nun gelockert wird: Mittlerweile sind viele Politiker und Politikerinnen für eine Reform, auch die wichtigsten Medien. 


Food

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Aber auch wenn es nicht ganz zum Foto-Finish reicht: Die meisten Kreationen lassen sich einigermaßen einfach nachmachen. Wie wäre es mit Kartoffelcurry, Ravioli mit Hanfsamenpesto und Schoko-Hirse-Waffeln? Dazu einen Acaismoothie?

Hier dürfen wir euch ihr Rezept für eine glutenfreie Karottenpizza zeigen.