Bild: dpa / Thilo Schmülgen
Was wir über die "Hooligans gegen Salafisten" wissen – und was du tun kannst, um ein Zeichen gegen die Gruppe zu setzen.

Bei ihrer ersten Großdemo vor einem Jahr verwüsteten Anhänger der Gruppe "HoGeSa" die Kölner Innenstadt (von damals stammt auch das Foto mit dem Polizeiauto). Am Sonntag wollen sich wieder tausende Anhänger der Bewegung versammeln – und wieder in Köln. Aber wer demonstriert da eigentlich gegen was? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Wofür stehen die "HoGeSa"?

Die "Hooligans gegen Salafisten" sind eine bundesweit aktive Bewegung, die der gewaltaffinen Fußball-Hooliganszene entstammt (SPIEGEL ONLINE). Nach eigenen Angaben wenden sich die Mitglieder der Gruppe gegen den Salafismus in Deutschland. Viele Experten sehen darin aber nur einen Vorwand, um Fremdenhass und Islamfeindlichkeit transportieren zu können (ZDF heuteplus).

Nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums ist die Bewegung "ein gefährliches Sammelbecken", in dem sich "Hooligans, Rechtsextremisten und kriminelle Schläger zu einer besonders gewaltbereiten Formation zusammengefunden haben" und ein politisches Thema missbrauchen, "um ihren Hass auszuleben" (Innenministerium NRW).


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Wie gefährlich ist die Bewegung?

Dass die Mitglieder von "HoGeSa" extrem gewaltbereit sind, zeigte sich erstmals im vergangenen Jahr, als mehr als 4800 Anhänger der Gruppe in Köln demonstrierten.

Damals eskalierte die Situation: Sturzbetrunkene Hooligans attackierten Passanten und prügelten auf Gegendemonstranten ein, sie trugen einschlägige Nazi-Kleidermarken und Symbole. Ingesamt 50 Polizeibeamte wurden verletzt (SPIEGEL ONLINE).

Im Oktober 2014 ging die Polizei mit Wasserwerfern gegen die "HoGeSa"-Demonstranten in Köln vor.(Bild: dpa / Thilo Schmülgen)

Im Anschluss an die Großdemo im vergangenen Jahr organisierten Mitglieder der Gruppe immer wieder kleinere Demos im Ruhrgebiet, die friedlich verliefen.

Doch die Polizei hat wieder Grund zur Sorge: "HoGeSa" will noch einmal in Köln demonstrieren. Zu der Demo am Sonntag kommen laut der von den Veranstaltern als "Köln 2.0" benannten Facebook-Gruppe mehr als 2300 Menschen. Die Polizei befürchtet erneute Gewaltexzesse.

Kann man eine solche Demo nicht einfach verbieten?

Das hat die Polizei versucht. Doch das Oberverwaltungsgericht in Münster entschied anders: Die Demonstration der Rechtsradikalen darf stattfinden. Die Teilnehmer dürfen aber nicht wie geplant durch die Innenstadt ziehen, sie müssen ihre Kundgebung an einem festen Ort abhalten (SPIEGEL ONLINE).

Bei den Exzessen vor einem Jahr standen 1300 Polizeibeamte etwa 4800 Hooligans und Rechtsextremen gegenüber.(Bild: dpa / Caroline Seidel)
Ist die Polizei vorbereitet?

Hoffentlich. Die Beamten wollen sich zumindest so aufstellen, dass sie Zusammenstöße von Rechts- und Linksextremisten verhindern können. Außerdem sprach die Polizei bereits vorher 48 "Bereichsbetretungsverbote" aus – 48 Personen, die schon 2014 durch Gewalttaten aufgefallen sind, dürfen nicht mehr an der Demo teilnehmen (FAZ).

Und Gegendemos?

Die wird es geben. Geplant sind Aktionen, Demonstrationszüge und ein Kulturfest. Hier findest du alle Veranstaltungen, die ein Zeichen gegen die "HoGeSa"-Kundgebung setzen wollen.


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