Zwei Fragen zum Vorfall in Hockenheim.

In Hockenheim soll eine Frau aus einem Schwimmbad geworfen worden sein, weil sie Burkini trug. Dabei habe sie zuvor an der Kasse sogar gefragt, ob das in Ordnung sei. Jetzt hat sich ein Sprecher der Stadt Hockenheim zu den Vorwürfen geäußert.

Was ist passiert?

Die 28-jährige Güler D. wollte mit ihrer Tochter und ihrer Schwägerin am vergangenen Donnerstag im "Aquadrom" in Hockenheim schwimmen gehen. Sie trug an dem Tag einen Burkini. Wir haben mit ihr gesprochen und sie erzählte bento:

"Ich hatte meinen Burkini schon an und wollte an der Kasse fragen, ob ich so ins Wasser darf. Die Frau dort war sehr nett und meinte, dass das kein Problem sei."

Zunächst ging es auch gut, aber nach mehr als einer Stunde im Bad kam plötzlich ein Bademeister pfeifend und schreiend auf sie zu und sagte, dass sie so nicht ins Wasser dürfe. Erklärungen ließ er nicht zu, stattdessen wurde die ganze Diskussion immer lauter, bis der Bademeister Güler aus dem Schwimmbad verwies.

Güler störte am meisten, dass der Bademeister nicht versuchte, in normalem Ton mit ihr zu sprechen. Den lauten Streit vor allen Leuten wegen ihres Burkinis empfand sie als diskriminierend und rassistisch. (bento)

Und was sagt die Stadt Hockenheim jetzt zu dem Burkini-Vorfall?

Zu bento sagte der Pressesprecher der Stadt Hockenheim Christian Stalf vergangene Woche: "Der geschilderte Vorgang macht uns sehr betroffen. Wir und auch unser Freizeitbad Aquadrom distanzieren uns klar von rassistischem Verhalten." Zu diesem Zeitpunkt sei aber aus Sicht der Stadt nicht klar gewesen, wie sich der Vorfall genau abgespielt habe, da sich der Bademeister noch nicht geäußert hätte. (bento)

Inzwischen hat er dies aber anscheinend getan. Ein Stadtsprecher sagte gegenüber dem SWR, dass es im "Aquadrom" erlaubt sei, einen Burkini zu tragen und dass man sich dabei an der Vorgabe der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen orientiere. 

Laut Stadtsprecher habe der Bademeister die Frau angesprochen, weil ihre Kleidung aus seiner Sicht nicht zweifelsfrei als Burkini erkennbar war. Eine andere Bademeisterin und mehrere Kassenkräfte hätten diese Auffassung geteilt. Deshalb sei die Nachfrage des Bademeisters gerechtfertigt gewesen.

Außerdem soll Güler vom Bademeister nicht hinausgeworfen worden, sondern freiwillig gegangen sein – das hätten auch andere anwesende Personen bestätigt. 

Es steht also Wort gegen Wort.

In dem Statement gegenüber dem SWR bekräftigte der Stadtsprecher auf jeden Fall, dass man jetzt den Dialog mit Güler suchen werde.


Fühlen

Diese Polizistin stillt im Dienst ein unterernährtes Baby – und wird dafür gefeiert
Drei Fragen und Antworten zu dem rührenden Bild

Was ist passiert?

Die Schicht von Celeste Ayala neigte sich gerade dem Ende zu. Die Argentinierin ist Polizistin und schob gerade Wachdienst in einem Kinderkrankenhaus in Buenos Aires, als sechs Kinder eingeliefert wurden. Die Behörden hatten sie ihren Eltern weggenommen, weil diese die Kinder nicht ausreichend versorgt hatten. So erzählte Ayala es später in einem Fernsehauftritt. (La Vanguardia)

Celeste Ayala hörte das jüngste der sechs Kinder schreien, ganz offensichtlich vor Hunger, wie sie annahm. Also bat sie das Krankenhauspersonal um Erlaubnis, das Baby selbst stillen zu dürfen. Das Personal warnte sie vor "dem Geruch und dem Schmutz" des Babys, Ayala war das egal. Sie selbst hat zwei Kinder, eines davon stillt sie noch. Also setzte die Polizistin sich in Uniform auf einen Stuhl und gab dem Baby die Brust.