Bild: Getty Images/Justin Sullivan

Die US-Wahl drehte sich in den vergangenen zwei Wochen vor allem um eine Frage: Kann Hillary Clinton mit ihrem Mail-Programm umgehen? Es war bekannt geworden, dass sie Amtsgeschäfte von Privatkonten führte.

Zwei Tage vor der Wahl am Dienstag gibt es darauf – erneut – eine Antwort: FBI-Chef James Comey erklärte in einem am Sonntag öffentlich gewordenen Brief, es gebe keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten Clintons. In der Frage, ob sie Staatsgeheimnisse per Mail verschickt habe, werde daher nicht weiter ermittelt.

Clintons Lager atmet nun auf, Trumps hingegen schäumt vor Wut.
Der Hintergrund: Worum geht es überhaupt in der E-Mail-Affäre?

Tatsächlich sind es zwei Affären:

  1. In ihrer Zeit als US-Außenministerin (Januar 2009 bis Februar 2013) benutzte Clinton einen privaten E-Mail-Server für ihre dienstliche Kommunikation; eine amtliche E-Mail-Adresse besaß sie nicht. Das FBI ermittelte, ob Clinton geheime Dokumente über ihre privaten Kanäle verschickt hatte. Im Sommer riet das FBI schließlich von einer Anklage ab – vor rund einer Woche eröffnete die Behörde plötzlich neue Untersuchungen. Dafür gab es viel Kritik: Das FBI beeinflusse so den Wahlkampf, meinten viele. Nun ruderten die Bundespolizisten zum zweiten Mal zurück: Wieder wurde nichts verdächtiges im Mailverkehr gefunden. (bento I)
  2. Die zweite Mail-Affäre wird meist Podesta-Leaks genannt, benannt nach John Podesta. Podesta war Stabschef im Weißen Haus unter US-Präsident Bill Clinton, jetzt leitet er das Wahlkampfteam seiner Frau Hillary. Er ist also eng mit den Clintons verbunden. Hacker haben seinen Mail-Verkehr offengelegt – und mehr als 20.000 interne Mails veröffentlicht. Die Datenpakete werden regelmäßig bei WikiLeaks hochgeladen, hinter dem Angriff sollen russische Geheimdienste stecken (bento II). In den Mails geht es vor allem um windige Methoden, Konkurrenten im Wahlkampf auszustechen und Vorteile für Clinton zu organisieren (bento III).
Wie sind jetzt die Reaktionen auf die eingestellten FBI-Ermittlungen?

Bei einer Wahlveranstaltung wütete Trump: "Hillary Clinton ist schuldig. Sie weiß es. Das FBI weiß es. Die Bevölkerung weiß es." Er sprach von einem "manipulierten System" (SPIEGEL ONLINE).

Auf Twitter reagierten seine Fans wütend, Anhänger der Demokraten hoffen hingegen, das Hin und Her werde Clinton nun nicht zu viele Stimmen gekostet haben:

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Gewählt wird am Dienstag, dem 8. November. Die wichtigsten Ergebnisse werden in der Nacht zu Mittwoch zwischen 1 und 5 Uhr morgens deutscher Zeit erwartet. Auf bento informieren wir euch hier über alle wichtigen Ereignisse.

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