Ein 18-jähriger Algerier soll eine australische Sängerin in einem Wiener Lokal bestohlen haben, berichtet die österreichische Gratiszeitung Heute.

Das Problem: Das Lokal hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seit zehn Wochen geschlossen, es gibt in der Pressemitteilung der Polizei keinen Hinweis auf die Herkunft des Täters und die Frau auf dem Foto ist nicht einmal die Sängerin.

Das Lokal, in dem dieser Vorfall stattgefunden haben soll, verbreitete ein Foto der Meldung bei Facebook:

Liebe Tageszeitung Heute, hier ein kurzer Faktencheck: 1) Who the f*** is Alison Lewis? 2) Einlass ab 21+ Jahren....

Posted by <>< Grelle Forelle on Dienstag, 27. September 2016


Laut Heute habe ein 18-jähriger Algerier die australische Sängerin Alison Lewis während ihres Auftritts im Lokal "Grelle Forelle" bestohlen. Als der Dieb mit einem australischen Dollarschein an der Bar bezahlen wollte, sei er aufgeflogen. Die hinzugerufenen Beamten hätten bei ihm zwei weitere gestohlene Handys gefunden.

Ein Blick in die Pressemitteilung der Landespolizeidirektion Wien verrät, dass die Geschichte von Heute.at einige Informationen enthält, die nicht ganz zu stimmen scheinen.

Die Faktenlage laut Pressemitteilung:

  • Eine australische Sängerin wurde während ihres Auftritts in einem Lokal bestohlen.
  • Wenig später versuchte ein Kunde mit einem australischen Dollarschein zu bezahlen.
  • Das erschien dem Barkeeper verdächtig.
  • Er verständigte die Polizei, die kontrollierten den Verdächtigen und fanden zwei gestohlene Handys die der 18-Jährige dabei hatte.
Noch mehr Unstimmigkeiten:

"Heute" verwendet das Foto einer Alison Lewis, die aus Detroit (Michigan, USA) und nicht aus Australien stammt. Auf ihrer Facebook-Seite distanziert sich die "echte" Alison Lewis, von dem Artikel. Sie fände es "abstoßend", dass ihr Name für "ausländerfeindliche, rechte Propaganda eingesetzt" werde.

Sie sei tatsächlich während ihres Auftrittes am Freitagabend bestohlen worden. Man habe ihr Geldbörse und Handy aus dem Backstage-Bereich gestohlen.

Außerdem sei sie nicht die Person auf dem Foto und der Auftritt sei im "Das Werk" und nicht in der "Grelle Forelle" gewesen. Sie habe außerdem kein australisches Bargeld dabei gehabt. Das Handy habe sie bisher nicht zurückerhalten und sie habe keine Infos darüber, dass jemand verhaftet wurde.

Mittlerweile hat Heute eine Richtigstellung veröffentlicht: Man habe die Lokale miteinander verwechselt, da sie beide in der gleichen Straße lägen. Die restlichen Informationen habe die Zeitung telefonisch bei der Polizei erfragt.

Das Team der "Grelle Forelle" war von dem Statement der Zeitung auf ihrer Facebookseite allerdings nicht begeistert:
(Bild: Screenshot: Facebook/GrelleForelle)

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