Bild: dpa / Uwe Anspach
Herxheim am Berg hat eine Hitlerglocke

Im pfälzischen Herxheim am Berg steht die Jakobskirche. Der Kirchturm ist etwa 1000 Jahre alt, die Bronzeglocke darin ist nicht ganz so alt. Auf der Glocke ist ein Hakenkreuz angebracht, dazu die Aufschrift "Alles fuer's Vaterland Adolf Hitler". Alle Viertelstunde klingt die Glocke durchs Dorf. 

82 Jahre lang – so lange hängt die Hitlerglocke schon da oben – war das kein Problem. Bis jetzt.

Die Zeitung "Die Rheinpfalz" hat die Geschichte der Glocke publik gemacht – und eine Debatte im Dorf losgetreten.

  • Auf der einen Seite steht die Organistin der Kirche, Sigrid Peters. Sie findet, die Glocke müsse abgestellt werden.
  • Auf der anderen Seite stehen der Bürgermeister von Herxheim, Ronald Becker, und der Pfarrer Helmut Meinhardt. Sie sagen, die Glocke sei eben historisch.

"Das sind Sachen von damals, die heute noch benutzt werden", sagt Becker der "Rheinpfalz"-Zeitung. Man müsse zu der Vergangenheit stehen – also auch zur Glocke. Und weiter:

"Wenn etwas gut funktioniert, warum soll man es ändern?"
Die Jakobskirche in Herxheim von außen(Bild: dpa / Uwe Anspach)

Gegen die Idee, wenigstens die Inschrift und das Hakenkreuz abzuschleifen, wehrt sich Becker ebenfalls. Das würde den Klang der Glocke verändern. Und eine neue Glocke koste zu viel Geld. (mannheim24.de)

Organistin Sigrid Peters entsetzt der Gedanke, dass sich niemand an der Glocke stört: "Es ist der Geist, der da wirkt", sagt sie. Wenn Kinder getauft oder Paare verheiratet werden, bimmelt dazu immer die Hitlerglocke. Peters findet, in einem Museum wäre das Ding besser aufgehoben.

Ursprünglich wurde die Glocke 1934 aufgehängt. Sie sollte bei Fliegeralarm läuten. Als 1942 die anderen Kirchglocken für den Krieg eingeschmolzen wurden, blieb die Hitlerglocke hängen. Erst 1951 kamen neue hinzu – aber auch dann wurde sie nicht abgenommen. 

In Herxheim wird nun darüber diskutiert, ob eine Tafel auf die Geschichte der Hitlerglocke hinweisen soll. 

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