Bild: Hatice Kahraman
Hatice Kahraman lebt in Dortmund und studiert in Gelsenkirchen. Die 21-Jährige arbeitet als Journalistin, unter anderem auch für bento. @hatizze auf Twitter. Hier antwortet sie auf Kommentare:
"Wenn Sie als ausgebildete Ausländerin auf Kosten der deutschen Steuerzahler eine gute Ausbildung absolvieren durften, so wäre es das Mindeste, sich gegenüber den Einheimischen wenigstens nicht durch eine Uniformierung abzugrenzen."

Hatice: Solche Kommentare sind faktisch falsch und somit nicht lesenswert. Zur Info: Als Ausländer werden Menschen bezeichnet, die nicht über inländische Staatsangehörigkeit verfügen oder im Ausland leben. Das trifft beides nicht auf mich zu. Ich bin Deutsche - und das sogar mit einem Kopftuch. Wer das nicht einsehen will, kann sich im Stillen darüber aufregen, wieso ich die Grundrechte meiner Heimat genießen darf.

Wenn ich den Begriff "Ausländerin“ lese, schalte ich ab.
"Wer auf die wenig originelle Realsatire von Hatice Kahraman hereinfällt, dem kann man halt auch nicht mehr helfen."

Hatice: Ich lese oft, dass meine Texte an der Realität vorbei sind – vor allem unter meinungsbetonten Texten. Es kann sein, dass meine Lebenswelt nicht der Lebenswelt anderer entspricht. Ich sehe in solchen Kommentaren wenig Kritik, sondern eher Unverständnis für die Realität – die nun mal auch aus Frauen wie mir besteht.

Ich möchte mit meinen Texten auch die Lebenswelt junger Migranten, Muslime und Kopftuchträgerinnen zeigen.
"Ich bin wirklich erschrocken darüber, wie viel Raum hier mittlerweile geboten wird, für Menschen - wie die Autorin - die nicht begreifen, dass ihr Verhalten die deutsche und europäische Gesellschaft spaltet und weiter Parallelgesellschaften Vorschub bietet."

Hatice: Erstens, ich schreibe. Ich spalte nicht die Gesellschaft. Zweitens, ich bin ein Teil dieser deutsch europäischen Gesellschaft. Solche Kommentare zeigen, dass es immer noch Menschen gibt, die in Schubladen denken. Mich interessiert, was die Menschen über meine Texte denken, deswegen lese ich mir oft Kommentare durch. Hasskommentare zeigen mir nur, dass ich – als deutsch-muslimische Journalistin – noch einen weiten Weg habe.

Die beste Strategie?

Hatice: Weiter schreiben.

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