Wir feiern das!

Wie können wir die Flut von Hasskommentaren gegen Flüchtlinge stoppen?
Die Initiative "Hass hilft" hat auf diese Frage eine tolle Antwort gefunden: Für jeden eingereichten Hasskommentar spendet "Hass hilft" einen Euro an ein Hilfsprojekt für geflüchtete Menschen oder eine Initiative gegen Rechts. Mit den Kommentaren spenden die Rassisten also quasi gegen sich selbst.

Unterstützt wird die Aktion vom FC St. Pauli, Sky, big FM sowie die Blogging-Plattform fisch + fleisch. Bis zum Mittag kamen 241 Euro zusammen.

Eingereicht werden die Hassbotschaften von ganz normalen Menschen, jeder kann also den Hass aus seiner Facebook-Timeline in Hilfe für Flüchtlinge verwandeln. Fast genauso gut: die Organisatoren haben ein Bild gebaut, das man unter die Hasskommentare posten könnte, um die Rassisten zu ärgern:

Schon einmal tricksten die Organisatoren Nazis aus

Hinter der Aktion steckt das Zentrum Demokratische Kultur. Es ist nicht das erste Mal, dass das Zentrum mit einer so einfallsreichen Idee auffällt. 2014 initiierten sie den „unfreiwilligsten Spendenmarschs Deutschlands“. Aus einer Nazi-Demo machten sie einen Spendenlauf. Mit jedem Schritt sammelten die Nazis Geld für ihren eigenen Ausstieg aus der Szene.

Die Spenden gingen damals wie heute an die Initiative Exit-Deutschland. Außerdem wird das Geld aus dem aktuellen Projekt der "Aktion Deutschland Hilft" gespendet.

So kannst du mitmachen

Einige Unterstützer wie der FC St. Pauli haben bereits ein eigens entwickeltes Facebook-Tool, mit dem sie die Hasskommentare auf ihrer Facebook-Seite direkt an die Initiative melden können. Privatpersonen können Hasskommentare bisher nur per Link oder Screenshot melden. Das soll aber bald anders werden. Die Organisatoren arbeiten auch für normale Menschen an einer automatischen Lösung.

Was für die Initiative ein Hasskommentar ist
"Unter „Hass-Kommentar“ verstehen wir Äußerungen in sozialen Netzwerken, in denen Menschen erniedrigt, verunglimpft oder in ihrer Menschenwürde herabgesetzt werden. Und zwar aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe, ihrer politischen Einstellung, ihrer sozialen Zugehörigkeit oder auch aufgrund rein äußerlicher Merkmale. Dabei richtet sich die Äußerung verallgemeinernd (rassistisch, antisemitisch, fremdenfeindlich, homophob, abwertend gegenüber Behinderten oder Obdachlosen oder sexistisch) gegen die gewählte Gruppe als Ganzes. Hass-Kommentare gilt es im Einzelfall auch auf strafrechtliche Relevanz zu überprüfen."