Bild: Getty Images/Alexandra Wyman

Was ist passiert?

Der Filmproduzent Harvey Weinstein hat sich vor einem New Yorker Gericht gegen eine Sammelklage wegen sexuellen Missbrauchs verteidigt – mit Aussagen von Hollywood-Schauspielerinnen. Weinstein soll mehrere Frauen belästigt und sogar missbraucht haben. Seine Anwältinnen zitierten nun Meryl Streep, Gwyneth Paltrow und Jennifer Lawrence und versuchten so zu belegen, dass die Vorwürfe gegen den Hollywood-Produzenten wenig glaubwürdig seien.

  • Meryl Streep habe kurz nach Bekanntwerden des Skandals im Oktober 2017 gesagt, Weinstein habe sich ihr gegenüber immer respektvoll verhalten, hieß es in einer Erklärung der beiden Verteidigerinnen.
  • Jennifer Lawrence habe Oprah Winfrey erzählt, dass sie Weinstein kenne, seitdem sie 20 Jahre alt sei, und er sei "immer nett zu ihr gewesen".
  • Gwyneth Paltrow habe 1998 mit Weinstein den Film "Shakespeare in Love" gedreht, obwohl es nach ihrer Darstellung 1994 zu Übergriffen gekommen sei.

Weinsteins Verteidiger fordern, dass das Verfahren eingestellt wird. Die Vorwürfe bezögen sich auf Ereignisse, die schon zu lange zurückliegen würden. Die Frauen hätten zudem keinerlei Beweise für ihre Behauptungen vorgelegt. (SPIEGEL ONLINE)

Wie reagieren die Schauspielerinnen?

(Bild: Getty Images/Kevin Winter)
  • Streep sagte, Weinstein missbrauche ihr Statement als Beweis dafür, dass er andere Frauen nicht sexuell belästigt habe. Das sei armselig. Die kriminellen Machenschaften, wegen denen er angeklagt sei, lägen einzig und allein in seiner Verantwortung.
Wenn es in diesem System noch irgendeine Gerechtigkeit gibt, wird er dafür bezahlen.
Meryl Streep
(Bild: Getty Images/Kevin Winter)
  • Die Anwältin der sechs Klägerinnen sagte:
"Wenn Weinstein glaubt, dass er den Frauen die Worte im Mund herumdrehen kann, um sie gegen sie zu verwenden, täuscht er sich. Dann hat er auch nicht verstanden, was das Gesetz zu sexuellem Missbrauch beinhaltet und wie verdorben sein Verhalten ist."

Worum geht es bei dem Verfahren?

Der Bundesstaat New York hat Anklagen gegen Weinstein und dessen früheres Unternehmen erhoben.

Die Vorwürfe:

  • Verletzung der Bürgerrechte,
  • Menschenrechte
  • und des Arbeitsrechts.

Die Führungskräfte der Weinstein Company hätten es wiederholt nicht vermocht, die Angestellten vor "unablässiger sexueller Belästigung, Einschüchterung und Diskriminierung" durch Weinstein zu schützen.

Weinsteins Verteidiger fordern, dass das Verfahren eingestellt wird.

  • Die Vorwürfe bezögen sich auf Ereignisse, die schon zu lange zurückliegen würden.
  • Die Frauen hätten zudem keinerlei Beweise für ihre Behauptungen vorgelegt.

Warum ist das wichtig?

Das Verfahren ist das erste gegen Harvey Weinstein. Die Vorwürfe gegen den Hollywood-Produzenten brachten die "MeToo"-Bewegung ins Rollen. Mehrere prominente Schauspielerinnen erheben schwere Vorwürfe gegen ihn wegen sexueller Belästigung bis hin zur Vergewaltigung. 

Darunter sind unter anderem:

  • Angelina Jolie,
  • Salma Hayek,
  • Ashley Judd,
  • Gwyneth Paltrow,
  • Rose McGowan
  • und Mira Sorvino.

Weinstein räumte zwar Fehlverhalten ein, die Vergewaltigungsvorwürfe wies er jedoch wiederholt zurück.


Future

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