Unter #HowIWillChange sammeln sie ihre Ideen.

Es ist ziemlich einfach, ein Arschloch zu sein. Und es ist manchmal sehr schwer, das zu erkennen. Behandele ich Frauen mit dem Respekt, den sie verdienen? Gebe ich ihnen die gleichen Chancen, die ich Männern gebe? 

Viele Männer stellen sich derzeit genau diese Fragen – angeregt durch die Debatte um die möglichen Übergriffe des Filmproduzenten Harvey Weinstein. Und vor allem durch die Tausenden von Geschichten, die Frauen derzeit unter dem Hashtag #MeToo im Netz teilen. 

#MeToo macht sichtbar, wie alltäglich und allgegenwärtig sexuelle Übergriffe gegen Frauen sind – nun wollen Männer unter #HowIWillChange etwas dagegen tun.

Die Idee kommt vom australischen Comedian Benjamin Law. Am Dienstag hatte er in einem Tweet Männer dazu aufgerufen, zu erklären, wie sie sich bessern wollen:

Er orientiert sich an der "Me Too"-Kampagne, die die "Charmed"-Schauspielerin Alyssa Milano am Sonntagabend gestartet hatte. Sie wollte, dass Frauen durch ein simples "Ich auch" sichtbar machen, dass auch sie schon ähnliche Erfahrungen wie die mutmaßlichen Opfer von Weinstein gemacht haben. Tausende antworteten:

Auch auf den Australier Law reagierten nun viele, knapp 2000 Retweets hat sein Aufruf mittlerweile. Der Hashtag #HowIWillChange wurde erst in Australien viral, seit Mittwoch geht er um die Welt und ist auch in Deutschland angekommen.

So wollen sich Männer für Frauen einsetzen:
"Ich werde nicht still bleiben und sexuelle Nötigung ignorieren. Männer müssen für andere einstehen."
"Ich werde mich aktiver dafür einsetzen, die 'Rape Culture' zu zerstören – ohne Angst zu haben, als Verräter abgestempelt zu werden."
"Ich werde meinen drei Söhnen und meinem Enkel beibringen, Frauen zu respektieren. Veränderung beginnt zuhause."
Auch arabische Nutzer mischen sich ein. "Nicht schweigen, wenn jemand Frauen belästigt", rät dieser Nutzer:
"Ich werde nie Opfer für etwas verantwortlich machen und ich werde nicht wegschauen, wenn Männer ungewollte Annäherungsversuche starten."
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Die negative Seite gibt es natürlich auch. Manche Männer halten den Hashtag für eine willkommene Chance, ihre besten Mario-Barth-Zoten ins Netz zu pusten. Andere pöbeln nur rum – als gebe es nichts zu verändern. 

Und manche merken kritisch an, dass ein Hashtag nur eine Art "virtueller Beichtstuhl" sei – mit dem sich Männer besser fühlen können, die sich sonst nicht engagieren.

Wenn ihr die besten und schlimmsten Männer auf Twitter finden wollt, ist der Hashtag #HowIwillChange ein guter Startpunkt.
Meg

Benjamin Law berichtet, dass er von einigen Typen viel Hass abbekommen hat. Er hat eine klare Antwort: 

"Viele labile Typen unter meinem Post bestehen darauf, sie seien 'nicht das Problem'. Ihr seid die Definition des Problems. Dann nehmt eure Wut mit ins Grab."

Die meisten Äußerungen sind jedoch positiv und erkennen die Wichtigkeit des Anliegens. 

Die Männer erkennen: Wenn ich Frauen stärken will, muss ich bei mir selbst anfangen.

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Obdachloser bekommt Döner-Flatrate in Bielefeld geschenkt

Eine Wohnung hat Andreas nicht. Er wohnt unter einer Brücke im Bielefelder Westen.

Erdal Kolcu, der Betreiber von Krispy Kebab, kennt Andreas und sein Schicksal – und hatte nun eine liebevolle Idee: Er schenkte Andreas eine Flatrate, mit der er ein Jahr lang kostenlos Döner essen kann. 

Wie kam es dazu?

Eigentlich plante Kolcu eine Werbeaktion. Bei einer Schnitzeljagd sollten seine Kunden die Chance bekommen, eine versteckte Goldkarte zu finden, mit der sie ein Jahr hätten bei ihm gratis essen können.

Ein Traum für jeden Döner-Liebhaber.

Doch Erdal Kolcu entschied sich anders – zwar auch für eine öffentlichkeitswirksame Aktion, aber mit sozialem Anstrich. Statt einem Kunden schenkte er die Goldkarte dem obdachlosen Andreas.

Auf Facebook schreibt Erdal Kolcu: