Bild: Getty Images/Darren McCollester
Dank Donald Trump könnten solche kleinen Erfolge nun wieder auf dem Spiel stehen.
Was ist passiert?

Die Erstsemester-Studenten an der US-Uni Harvard werden im kommenden Jahr nicht mehrheitlich weiß sein – zum ersten Mal in der 380-jährigen Geschichte der Elite-Hochschule. Das zeigen Statistiken, die die Uni veröffentlich hat. (BBC)

Demnach werden 50,8 Prozent der Erstsemester Minderheiten angehören, im vergangenen Jahr waren es noch 47,3 Prozent. Die Studenten verteilen sich wie folgt:

  • Asiaten: 22,2 Prozent
  • Afro-Amerikaner: 14,6 Prozent
  • Latinos: 11,6 Prozent
  • Indianer und Bewohner der Pazifikinseln: 2,5 Prozent.

Insgesamt gehörten 2011 laut einer Studie in den USA 38 Prozent der Studenten, die noch Abschluss sind, einer Minderheit an (Vox.com)

Warum ist das wichtig?

Wer Zugang zu Elite-Universitäten bekommt, hat größere Chancen auf beruflichen Erfolg. Das gilt auch in den USA. Jahrhundertelang schafften es vor allem weiße Amerikaner an solche Unis. Insofern sind die neuen Zulassungszahlen ein symbolträchtiger Erfolg derjenigen, die in den USA für mehr Gleichberechtigung von Minderheiten eintreten.

Will Trump weniger Minderheiten an US-Unis?

Die Nachricht kommt zudem zu einem brisanten Zeitpunkt: Zuletzt hatte die "New York Times" berichtet, dass die US-Regierung unter Präsident Donald Trump gegen die Zulassungspraxis der US-Unis vorgehen wolle. Die Zeitung berief sich dabei auf ein Dokument, das Journalisten einsehen konnten.

Demnach soll eine Einheit des Justizministeriums sogenannte affirmative-action-Richtlinien untersuchen, die weiße Bewerber bei der Studienplatzvergabe diskriminieren würden – und die Hochschulen gegebenenfalls verklagen. Auch die "Washington Post" vertritt diese Interpretation des Dokuments und beruft sich auf anonyme Regierungsvertreter. Das Justizministerium dementierte kurz darauf, dass es solche Pläne bereits gebe. (BBC)

Was ist "affirmative action"?

Eine Art positive Diskriminierung. Das Konzept soll in den USA sicherstellen, dass Minderheiten gezielt gefördert werden - beispielsweise beim Zugang zu Universitäten. So können etwa Bewerber mit afroamerikanischen oder hispanischen Wurzeln bei der Studienplatzvergabe von US-Hochschulen bevorzugt werden – weil sie zuvor jahrhundertelang systematisch diskriminiert worden waren.

Die bevorzugte Studienzulassung von Minderheiten ist in den USA seit Langem umstritten. In den vergangenen Jahren setzten sich US-Gerichte mehrfach mit den speziellen Auswahlkriterien auseinander und urteilten dabei unterschiedlich: Vergangenes Jahr hatte der Supreme Court dann mit knapper Mehrheit entschieden, dass Bewerber nicht nur nach ihren Zeugnisnoten, sondern auch nach anderen Kriterien ausgewählt werden dürfen. (SPIEGEL ONLINE)

Das Konzept der positiven Diskriminierung geht auf die Bürgerrechtsbewegung der Sechzigerjahre zurück. Damals protestierten afroamerikanische Bürger gegen ihre Benachteiligung in weiten Teilen der Gesellschaft. Neben Hochschulregelungen beinhalten "affirmative action"-Maßnahmen zum Beispiel Quoten für die Arbeitssuche sowie Subventionen auf dem Wohnungsmarkt.

Wie begründen US-Unis das System?

Hochschulen in den USA verteidigen die Bevorzugung von Minderheiten damit, dass das akademische Leben insgesamt von mehr Vielfalt profitiere. So würden neue Sichtweisen eingebracht, die es nicht gäbe, wenn Bewerber allein nach Notenleistung ausgewählt würden.

Feste Quoten gibt es für die einzelnen Gruppen allerdings nicht. Unis dürfen aber den persönlichen Hintergrund der Bewerber in ihr Urteil einbeziehen – ebenso das allgemeine Ziel, eine diverse Studentenschaft zu haben. (Mic.com)


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