Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit der Aktivistin.

Als Hannah Hübner, 30, die fragwürdigen Plakate des Innenministeriums sah, dachte sie: Jetzt ist Zeit, etwas zu unternehmen. Für 1000 Euro extra sollten Geflüchtete dazu bewegt werden, bis Ende des Jahres auszureisen. Titel der Kampagne: "Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt." 

Die Eventmanagerin hielt dagegen und startete eine Petition. Sie forderte: Die Plakate müssen weg und Innenminister Horst Seehofer zurück nach Bayern. Mehr als 30.000 Menschen unterschrieben. (bento)

Zwar sind sowohl Plakate als auch Seehofer noch da – aber das Ministerium lud Hübner zu einem Termin. Dort sprach sie zusammen mit Migrationsverbänden vor und machte klar: Diese Kampagne war Mist.

Wir haben mit Hannah Hübner über ihr aufregendes Jahr gesprochen – und was sie sich für das kommende vorgenommen hat.

Was war dein größter Erfolg im vergangenen Jahr? Warum?

Ich bin schon länger ein politischer Mensch. Die Wahl von Trump, der Brexit und nicht zuletzt die Bundestagswahl wühlen mich auf. Die Rufe nach mehr Nationalstaat und weniger Vielfalt halte ich für veraltet und gefährlich. Solchen Entwicklungen müssen wir demokratische Stimmen entgegensetzen. Als Bürgerin habe ich  eine Verantwortung für dieses Land. Ich kann nicht nur von diesem System der Demokratie profitieren, sondern ich bin auch dafür verantwortlich, dass es bestehen bleibt. 

So kam es dann auch zu der Petition und dem Treffen im Innenministerium. Ich habe die Plakate gesehen und gedacht: Das ist nicht gut für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in diesem Land. 

Viele Menschen, Migrantinnen und Migranten, aber auch Menschen ohne Einwanderungsgeschichte, haben mir daraufhin geschrieben und gesagt, dass ihnen die Aktion Mut macht. Das würde ich als meinen größten Erfolg bezeichnen. 

Welche Herausforderung gab es dabei – und wie hast du sie gemeistert?

Eine Herausforderung ist, sich klar zu machen, dass es etwas bringt, wenn man seine Stimme erhebt. Jeder und jede hat das Recht – und meines Erachtens auch die Pflicht –, dieses Land demokratisch zu gestalten und sich gegen rechte Stimmen zu stellen. Deswegen die Petition, die deutlich macht, dass wir die Vielfalt dieses Landes feiern.

Aber es gibt natürlich auch ganz praktische Herausforderungen. Ich arbeite, ich studiere, ich habe locker eine 40-Stunden-Woche. Diese Herausforderung meistert man nur im Team, mit Hilfe von anderen – zum Beispiel meiner Schwester und anderen Aktivisten und Aktivistinnen. 

Was ist dein persönlicher Wunsch für 2019?

Ich möchte, dass wir endlich Gleichberechtigung zwischen allen hier lebenden Menschen schaffen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, der sexuellen Orientierung und Co. Wir brauchen mehr Vielfalt in unseren politischen Institutionen. Nur so können wir alle Stimmen fair repräsentieren. 

Ich selbst möchte weiterhin aufmerksam durchs Leben gehen und da Haltung zeigen, wo es angebracht ist, zum Beispiel wenn ich mal wieder einen rassistischen oder sexistischen Spruch höre. Ich bin auch Teil von #Unteilbar. Wir überlegen, wie wir in diesem Team weitermachen. Im Mai stehen die Europawahlen an, da machen wir bestimmt wieder was.

Was brauchst du, um es umzusetzen?

Menschen, die für etwas auf- und einstehen, brauchen andere Menschen, die es ihnen gleich tun. Das ist das Wichtigste, nicht allein zu sein. Von der Masse lebt die demokratische Gesellschaft. 

Bei der Unteilbar-Demo hat jeder von uns seine eigenen Freundeskreise und Verteiler angeschrieben – so sind wir groß geworden.

19 für 2019

Sie helfen Menschen in Not, retten Bäume für das Klima, kämpfen für faire Löhne, engagieren sich gegen Rechts, streiten für Gerechtigkeit und sind ganz einfach Vorbilder: Wir stellen 19 junge Menschen vor, die uns 2018 inspiriert haben – und von denen wir 2019 noch viel hören werden. Hier geht es zur Übersicht


Fühlen

19 für 2019: Inka ist unsere große Schwester und klärt uns auf
Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit der YouTuberin.

Sie ist YouTuberin, macht Podcasts und spricht offen und unterhaltsam über Sexualität und Dating: Inka alias "Einfach Inka". Für Tausende Menschen ist die 25-Jährige zur großen Schwester geworden, die Mut macht und kein Blatt vor den Mund nimmt. Inka engagiert sich für Gleichberechtigung, Female Empowerment, Nachhaltigkeit und Tierschutz.