Bild: Henning Kaiser/dpa
Zwei Tweets zur aktuellen Lage

Der Energiekonzern RWE räumt seit dem frühen Morgen den Hambacher Forst im Rheinland. Ab dem 1. Oktober soll der Wald abgeholzt werden, damit die darunter liegende Braunkohle erschlossen werden kann. Von dem etwa 41 Quadratkilometer großen Forst sind bereits mehr als 90 Prozent gerodet worden.

Was passiert gerade im Hambacher Forst?

Umweltschützerinnen und Klimaaktivisten haben sich bisher dort verschanzt, um die Rodung zu stoppen. (bento war im Dezember 2017 im Lager

Die Polizei unterstützt jetzt Mitarbeiter des Energiekonzerns beim Vorgehen gegen die Umweltfreunde – mit Räumpanzern und Helikoptern. Der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Oliver Krischer, nannte die Szenerie am frühen Morgen "gespenstisch". 

Journalistinnen und Journalisten berichten von Behinderungen durch die Polizeibeamten, Presseausweise sollen beschlagnahmt worden sein. (taz)

Warum hilft die Polizei RWE? 

Das Gelände gehört bereits RWE, dem größten Erzeuger von Kohlendioxid in ganz Europa – und einem der wichtigsten Arbeitgeber des Bundeslandes. Der Polizeieinsatz steht deshalb auch in der Kritik: Gegner der Aktion finden, die Einsatzkräfte agierten als Werkschutz des Energieriesen. Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, hatte die die Aktivisten zuvor beschuldigt, nicht Bäume zu schützen, sondern "den Staat abschaffen zu wollen". Die Beamtinnen und Beamten seien daher eher der "Werksschutz des Rechtsstaates". (Neue Westfälische)

Am vergangenen Wochenende sollen laut Angaben der Polizei Beamte durch Zwillen mit Stahlmuttern beschossen worden sein, brennende Barrikaden hätten zudem das Vorgehen der Polizei behindert.

Innenminister Reul hatte vor dem Einsatz mit angeblichen Waffenfunden bei den Aktivisten Stimmung für den Einsatz gemacht.  Auf Nachfrage der Welt stellte sich allerdings heraus, dass die Gegenstände nur "exemplarisch zeigen sollten, was gemeint ist" – und nicht zum Arsenal der Demonstrierenden gehörten:

Auch Malerei-Zubehör und Kartoffelschälmesser wurden demnach beschlagnahmt. Die Begründung der Beamten: Immerhin könne man aus einem Bilderrahmen auch einen Speer schnitzen. (taz)

Neben den Besetzerinnen und Besetzern vor Ort fordert bundesweit ein breites Bündnis aus Klima- und Naturschutzverbänden den Stopp der Rodungen. RWE will wie geplant am 1. Oktober damit beginnen. (Tagesspiegel



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Sitzengeblieben: Die Deutschen bewegen sich zu wenig (weil es ihnen zu gut geht)
Drei Fragen, drei Antworten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt: Die Menschen in Deutschland bewegen sich zu wenig. Zu diesem Ergebnis ist eine neue Studie gekommen. (SPIEGEL ONLINE)

Was genau sagt die WHO-Studie? 

  • Weltweit bewegt sich jeder vierte Erwachsene zu wenig. 
  • In Deutschland ist es mehr als jeder Dritte, etwa 40 Prozent sind hierzulande Couchpotatoes.  
  • Frauen sind nach eigenen Angaben fauler als Männer.
  • Umso reicher ein Land ist, umso weniger bewegen sich die Menschen.
  • In vergleichbaren Ländern sind nur Zypern, Neuseeland und Portugal bewegungsfauler.