Bild: Henning Kaiser/dpa

Menschen auf Baumhäusern, Barrikaden, Polizisten in voller Montur, Bulldozer – im Hambacher Forst ist seit einigen Wochen viel los. Seit Donnerstagmorgen sind Polizeikräfte in dem Wald bei Köln im Einsatz, um mit der Räumung zu beginnen (bento). Aktivisten warnen vor Umweltzerstörung, der Energiekonzern RWE will dagegen, dass nach Jahren endlich etwas passiert.

Doch worum geht es überhaupt? Antworten auf die vier wichtigsten Fragen:

Was ist die aktuelle Situation im Hambacher Forst?

Der Energiekonzern RWE fördert im Rheinischen Braunkohle-Revier westlich von Köln seit Jahrzehnten Braunkohle. Der Tagebau Hambach umfasst mittlerweile 85 Quadratkilometer – und ist damit einer der größten der Region. Für den Abbau der Braunkohle wurden schon früher Dörfer abgerissen und Bäume gefällt. Auch im Hambacher Forst. In dem etwa 41 Quadratkilometer großen Wald sollen mehr als 90 Prozent der Fläche gerodet worden sein. (bento)

Weil RWE die Abholzung ab Oktober fortsetzen will, haben sich Umwelt-Aktivisten in Baumhäusern verschanzt, um den Wald zu schützen. Die Polizei will den Wald räumen, um RWE die Abholzung zu ermöglichen.

(Bild: Christophe Gateau/dpa)

Was wollen die Umweltschützer?

Die Aktivisten kritisieren, dass der Hambacher Forst kein Schutzgebiet ist, obwohl es dort mehr als 300 Jahre alte Bäume gibt und dort eine seltene Fledermaus-Art lebt. Um eine Rodung zu verhindern, halten sie seit rund fünf Jahren Teile des Waldes besetzt. (Kölner Stadt-Anzeiger)

Statt der Abholzung des Waldes fordern die Umweltschützer ein Ende des Kohleabbaus. Braunkohle zählt zu den klimaschädlichsten Arten, Energie zu erzeugen – und Deutschland ist der größte Braunkohleförderer der Welt

Für die kommenden Tage haben die Aktivisten gewaltfreien Protest und weitere Kundgebungen angekündigt:

Tausende Menschen werden sich in den nächsten Tagen mit Demonstrationen, Sitzblockaden und Waldspaziergängen für den Erhalt des Waldes einsetzen.
Gemeinsame Erklärung "Hambi bleibt"

Was will RWE?

Der Energiekonzern hält bislang daran fest, den Braunkohleabbau im Hambacher Forst fortsetzen zu können. Ihm gehört der Wald. Wenn im Oktober eine Schutzzeit endet, will RWE mehr als die Hälfte des verbliebenen Waldes abholzen.

Doch dafür ist zunächst die Räumung notwendig. Die Polizei ist mit großem Aufgebot im Einsatz, um die Arbeit des Energiekonzerns zu ermöglichen. 

(Bild: Henning Kaiser/dpa)

Wie geht es im Hambacher Forst weiter?

Bislang harren noch viele Umweltschützer in selbstgebauten Baumhäusern und auf Pfählen oder Holz-Gerüsten aus. Nach derzeitigem Stand könnte die Räumung deshalb mehrere Wochen dauern. 

Am Donnerstagmittag traf sich der RWE-Chef mit Vertretern der Umweltschutzverbände BUND, Deutscher Naturschutzring und Greenpeace, um eine Deeskalation zu erreichen. (SPIEGEL ONLINE)

Politisch könnte die Diskussion auch durch einen Kohleausstieg beendet werden. Bereits im vergangenen Herbst stimmte bei einer repräsentativen Befragung eine Mehrheit der Deutschen für einen Kohleausstieg – parteiübergreifend.

Derzeit ist allerdings eher unwahrscheinlich, dass der Wunsch umgesetzt wird. Die Große Koalition setzt auf die Energiegewinnung durch Kohle. (bento)


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