Bild: dpa/Luis Hidalgo
Heute ist der #TagGegenGewaltAnFrauen.

Es passiert jeden Tag – morgens, mittags und abends. In Flensburg oder Rosenheim, in Aachen oder Zittau. Frauen werden geschlagen, bedroht oder sogar getötet. Oft sind die Täter die eigenen Partner oder Verwandte und Freunde. Und noch öfter bekommt niemand davon etwas mit. Zumindest offiziell.

Das ist das traurige Ergebnis einer Studie des Bundeskriminalamts, die Familienministerin Franziska Giffey in dieser Woche in Berlin vorgestellt hat (SPIEGEL ONLINE). Sie zeigt, dass Gewalt gegen Frauen oft anders ist, als von vielen vermutet wird – und immer noch erschreckend verbreitet.

An diesem Sonntag soll der "Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen" daran erinnern, dass das Problem uns alle angeht. 

Doch die Zahl der Fälle zeigt, dass ein einzelner Tage nicht ausreicht, um etwas zu ändern. Fünf Zahlen, die zeigen, dass Gewalt gegen Frauen ein großes Problem ist:

1 So viele Frauen wurden Opfer von häuslicher Gewalt

Insgesamt wurden in der Statistik im vergangenen Jahr etwa 140.000 Menschen in Deutschland als Opfer von häuslicher Gewalt erfasst. Der Großteil von ihnen waren Frauen. Ihr Anteil ist so groß, dass Familienminister Giffey sagte: "Für viele Frauen ist das Zuhause ein gefährlicher Ort."

Die Zahl der gezählten Fälle ist zuletzt deutlich angestiegen – auch, weil neue Formen von Gewalt erstmals mitgezählt wurden. 

2 Etwa jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet

Eigentlich erscheint es kaum vorstellbar, doch auch in einem modernen Land wie Deutschland werden Woche für Woche mehrere Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Im Jahr 2017 gab es 147 solche Fälle. 147 Frauen, deren Leben vorzeitig durch Gewalt beendet wurde. Mitten in Deutschland.

3 Die Täter sind meist Deutsche

Für Rechtspopulisten ist Gewalt gegen Frauen oft der Anlass, um gegen Migranten und Minderheiten zu hetzen. Doch die Täter kommen aus allen Schichten – und mehr als zwei Drittel von ihnen sind Deutsche. 

4 Das ist nur die Spitze des Eisbergs

Die vielleicht schlimmste Zahl: Die meisten Fälle von häuslicher Gewalt werden vermutlich nie erfasst. Das Bundesfamilienministerium schätzt, dass vier von fünf Taten nicht gemeldet werden. In Wahrheit ist das Problem also noch deutlich größer, als es die Statistik zeigt. 

5 Die gute Nachricht: Es gibt Hilfsangebote

Die gute Nachricht, nicht nur am internationalen Aktionstag: Betroffene sind nicht allein. Es gibt Hilfsangebote. Das bundesweite Hilfstelefon "Gewalt gegen Frauen" hilft rund um die Uhr, kostenlos und anonym. In 17 Sprachen. Und übrigens auch per Mail oder in Gebärden. 

Die Nummer wird nicht auf der Telefonrechnung aufgeführt, um betroffene Frauen zu schützen. Außerdem verweist das Angebot auf weitere Hilfsangebote wie Frauenhäuser oder Beratungsstellen. Hier erfährst du mehr darüber.

Der beste Schutz: Veränderung

Doch auch die besten Angebote werden das Problem nicht lösen, solange wir nicht offener über das Thema sprechen – und es dort angehen, wo die Gewalt meist stattfindet: in unserem Alltag. 


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"Mein Prof. hetzt" oder "Mein Lehrer hetzt" – solche Überschriften stehen auf eigens eingerichteten Online-Portalen der AfD. Das Ziel der Partei: Schülerinnen, Schüler und Studierende animieren, Lehrende zu verpetzen, wenn sie die AfD kritisieren.