Bild: dpa/Rolf Vennenbernd
Und über Frauen, Asiaten und das Internet.

Der baldige EU-Haushaltskommisar Günther Oettinger hat in einer Rede über die Homoehe, Chinesen und das Internet geschimpft. Ganz frei und ohne Skript sprach er – rausgekommen ist dabei viel wirres und vor allem beleidigendes Zeug, wie die YouTube-Aufnahmen des Verlegers Sebastian Marquardt zeigen.

Das ist Oettingers Hate Speech:

Oettinger hielt die Rede bereits am vergangenen Mittwoch während des 27. "EuropAbend" in Hamburg, die Aufnahmen erschienen erst am Freitagabend.

Die wichtigsten Aussagen im Überblick:
  • Im Kommentarfeld schreibt Marquardt er habe mit dem Filmen begonnen, nachdem Oettinger Chinesen als "Schlitzaugen" bezeichnet hatte.
  • Dann geht es weiter: Oettinger berichtet über chinesische Minister, die den Jahresgipfel China-EU besuchten. "Neun Männer, eine Partei. Keine Demokratie, keine Frauenquote, keine Frau - folgerichtig", sagt er. Daraufhin gibt es einige Lacher im Saal. Oettinger weiter: "Alle: Anzug, Einreiher dunkelblau, alle Haare von links nach rechts mit schwarzer Schuhcreme gekämmt." Wieder Gelächter.
  • Und dieses Internet ist für Oettinger Neuland: "Früher hatten alle eine Zeitung zur Hand. Heute bin ich der Einzige. Die Anderen: Köpfe runter, Display an, online unterwegs."
  • Über Ex-Kanzler Gerhard Schröder sagt er: Der habe ja nun Zeit, Vermittler im Fall Kaiser's Tengelmann – der angeschlagenen Supermarktkette – zu werden. Die von ihm unterstützte Pipeline "Nord Stream 2" werde schließlich nicht gebaut, und die Frau sei ihm weggelaufen. Eine Anspielung an Schröders Trennung von seiner Frau Doris.
  • CSU-Chef Horst Seehofer sei "ein Populist light".
  • Und zuletzt ist dann noch die "Homoehe" dran: Die Politik, die zurzeit in Deutschland gemacht werde, davon passe ihm vieles nicht: Von der Rente, über die Maut, bis hin zur "Pflicht-Homoehe", "wenn sie eingeführt wird. Die deutsche Tagesordnung genügt meiner Erwartung an deutsche Verantwortung in keiner Form."

Wer ist Günther Oettinger

Oettinger war früher Ministerpräsident von Baden-Württemberg und ist seit 2010 Kommissar der Europäischen Union (EU). Zuletzt für "Digitalwirtschaft", demnächst für Haushaltsfragen (SPIEGEL ONLINE). Er müsste sich dann also um die Folgen des Brexit kümmern.

Zwischen all den Beleidigungen, die der künftige Haushalts-Kommissar aussprach, wurde auch echte politische Kritik geübt. Denn das eigentliche Thema von Oettingers Rede war der Wunsch nach einem starken Europa. So sagte er unter anderem:

"Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir die Welt von morgen mitgestalten? Wollen wir nur die S-Klasse, oder wollen wir auch Werte exportieren?"

So war das ganze eigentlich eine Wutrede auf die deutsche Regierung, die vor allem im Interesse von Konzernen arbeite und beim Thema Rente die Zukunft des Landes verzocke.

Diese Punkte gingen allerdings unter – weil sie Oettinger in Populismus von gestern einbettete.

Vielleicht war es das, was auch Jan Böhmermann so wütend gemacht hat. Der findet für den Noch-Digital-Kommissar in einem Tweet ziemlich deutliche Worte:

Lass uns Freunde werden!


Streaming

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Netflix war gestern.

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