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Uns werden nicht viele fitte, gesunde, arbeitsfreie Lebensjahre vergönnt sein. Ein Gastbeitrag

Es ist passiert, womit fast niemand mehr gerechnet hatte: Die Große Koalition hat sich am Sonntagnachmittag auf ein Konzept zur Grundrente geeinigt. So viel und lange, wie darum debattiert und gekämpft wurde, könnte man meinen, die Koalition habe nun die Lösung für die Rettung der Rente gefunden.

In einem Punkt sind sich dabei alle einig: Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll im Alter auch genug zum Leben haben. Punkt. 

Die geplante Grundrente bekommen ab 2021 zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner, die 35 Jahre gearbeitet, aber wenig verdient haben. Ihre Rente soll so hoch sein, als hätten sie in diesen 35 Jahren für 80 Prozent eines Durchschnittslohns gearbeitet.

Es gibt viele Fragen, Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten, die dieser Entwurf mit sich bringt – und die ich hier nicht behandeln will. Denn als junge Frau interessiert mich vor allem auch die Frage: 

Was bedeutet dieser Kompromiss für meine Generation? 

Die Bedürftigkeitsprüfung, die jetzt nach dem Einkommen bemessen werden soll, mag zum Beispiel kleinlich und lästig erscheinen, aber aus Sicht der Generationengerechtigkeit ist sie trotzdem nötig. Wir können es uns schlicht nicht leisten, eine Grundrente an Menschen zu verschenken, die sie nicht wirklich brauchen.

Um das Ganze zu finanzieren, plant die Koalition, den sogenannten "Bundeszuschuss" aus Steuereinnahmen an die Rentenkasse zu erhöhen. Die gute Nachricht ist, dass sich dadurch weder die Rentenbeiträge erhöhen, noch die Renten für alle anderen Rentnerinnen sinken. Aber Steuergeld, das für die Rente bemüht werden muss, steht dann eben nicht mehr zur Verfügung, um Schulen zu sanieren oder Infrastruktur auszubauen.

Aber was passiert, wenn irgendwann ein wirtschaftlicher Abschwung kommt? Wenn deutlich weniger Steuern als gedacht eingenommen werden? Und wieso zahle ich eigentlich noch Rentenbeiträge, wenn am Ende meine Rente sowieso aus Steuermitteln finanziert wird? 

Die Grundrente – so wichtig und richtig sie im Kern ist – ist Symbol für die gesamte Rentenpolitik der letzten Jahre: 

Seit gut anderthalb Jahren beschäftigt sich die Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag" (in der übrigens kein Mitglied unter 40 ist) mit Wegen zu einer nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung der Alterssicherungssysteme. Sie soll im März 2020 ihr Ergebnis vorlegen. Aber statt das Kommissionsergebnis abzuwarten und langfristig das Rentensystem auf sichere Beine zu stellen, schafft die Große Koalition in der Zwischenzeit fleißig Fakten, weitet die Mütterrente aus oder erfindet die Grundrente.

Und ich als junger Mensch frage mich: Wann fängt die Bundespolitik endlich an, langfristig zu denken? Wie sorgen wir dafür, dass Leute auch schon während ihres Berufslebens genug verdienen; damit Menschen erst überhaupt gar nicht auf die Grundrente zurückgreifen müssen? Wie soll meine Generation die finanziellen Bürden bewältigen, die diese Regierung uns zumuten will? Besonders, falls es wirtschaftlich mal nicht so läuft? 

Langfristig werden wir wohl nicht darum herum kommen, wenn wir länger leben und im Alter länger fit sind, auch länger zu arbeiten. Wir jungen Leute machen derzeit darüber noch Scherze. Aber wir ahnen: Uns werden nicht so viele fitte, gesunde, arbeitsfreie Lebensjahre vergönnt sein. 

Wie wäre es da mit ein bisschen Ehrlichkeit? Zum Beispiel in Form eines digitalen Rentenkontos, damit jeder ganz transparent und jederzeit nachschauen kann, wie es um die eigene Altersversorgung bestellt ist?

Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer am Horizont: Die junge Generation hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie sich durchaus für ihre Interessen und für Zukunftsthemen einzusetzen weiß. Und unsere Eltern und Großeltern wollen mit Sicherheit auch, dass wir ein funktionierendes Rentensystem übernehmen. Generationenkonflikt? Muss nicht sein. 

Jetzt ist es Zeit für eine Rentenpolitik, die es auch schafft, an alle Generationen zu denken.


Future

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