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Studium oder Lehre, Master oder Meister? In welchen Jobs reicht eine Ausbildung und wo verdient man mit einem abgeschlossenem Studium deutlich mehr?

Mit diesen Fragen hat sich eine neue Studie des Ifo-InstitutsIfo-Instituts beschäftigt. Dabei kam heraus: Tatsächlich zahlt sich jeder höhere Abschluss aus. Mit jeder untersuchten Bildungsstufe steigt das durchschnittliche Einkommen eines Deutschen um 22 bis sogar 64 Prozent! (SPIEGEL ONLINE)

Die Studie wurde im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment durchgeführt und basiert auf Zahlen des Mikrozensus der Jahre 2011 bis 2013, welcher Daten zu Einkommen und Ausbildung von knapp einer Million Menschen zwischen 18 und 65 Jahren enthält.

Aber natürlich ist Ausbildung nicht gleich Ausbildung und ein Jurastudent hat andere Verdienstaussichten, als jemand, der Sozialwissenschaften studiert. Und auch das Geschlecht spielt beim Einkommen eine große Rolle. Auch das zeigt die Studie.

Beispiel Medizin: Ein Mann verdient in seinem Leben mit abgeschlossenem Studium im Schnitt bis zu 983.000 Euro mehr, als jemand mit einer Ausbildung in diesem Bereich. Bei Frauen ist diese Zahl deutlich niedriger: Sie liegt bei 612.731 Euro.

Beispiel Soziale Arbeit: Hier bringt ein Studium wiederum den Frauen mehr. Sie verdienen im Schnitt rund 79.000 Euro mehr in ihrem Leben, als ihre Kollegen mit Ausbildung, die Männer hingegen nur 20.000 Euro mehr.

Generell zahlt sich laut der Studie eine höhere Bildungsstufe erst vergleichsweise spät im Leben aus. Denn: Studenten steigen erst später in den Arbeitsmarkt ein, als Auszubildende, die bereits relativ jung Gehalt kassieren.

Dass Frauen tendenziell weniger verdienen als Männer, liegt unter anderem daran, dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten und sich mehr Auszeiten aus dem Job für die Familie nehmen. Außerdem gibt es noch immer deutlich weniger Frauen als Männer in gut bezahlten Führungspositionen.

Wie das alles zusammenhängt, wird hier erklärt:

Was ist sonst noch spannend in der Studie?
  • Ausbildungen lohnen sich vor allem im Bereich Versicherung und Finanzen: Männer verdienen hier etwa 485.000 Euro mehr als Angestellte ohne Ausbildung, bei Frauen ist es ein Plus von 263.000 Euro.
  • Schlecht dran sind mal wieder die Friseurinnen. Hier lohnt sich eine Ausbildung fast überhaupt nicht: Ausgebildete Frauen verdienen im Leben nur etwa 7000 Euro mehr, als unausgebildete Kolleginnen.
  • Bildung ist die beste Arbeitslosenversicherung: Bei Menschen ohne Berufsausbildung liegt die Arbeitslosenquote über 19 Prozent. Bei abgeschlossener Ausbildung sind es nur noch sieben Prozent, Meister und Techniker liegen bei drei Prozent, Uni-Absolventen tauchen mit 2,5 Prozent in der Arbeitslosenstatistik auf.

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