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Junge Menschen nehmen die Neuwahl wörtlich

Kommende Woche wählt Großbritannien ein neues Parlament. Es sind vorgezogene Wahlen außer der Reihe – Premierministerin Theresa May hat sie im Streit um den Brexit angeordnet (bento). Ein einfaches Bild zeigt nun, dass Großbritanniens Jugend für die Wahl entscheidend sein könnte. Könnte.

Das Bild zeigt im Prinzip zwei Länder. Links die Jugend. Drei von vier Jungwählern sind für die Sozialdemokraten. Nicht einmal jeder fünfte ist für die Regierung. Rechts die Alten, das genaue Gegenteil: Fast zwei Drittel für die regierenden Konservativen. 

Die Umfrage im Auftrag des Guardians zeigt, wie gespalten Großbritannien wenige Tage vor den Wahlen wirklich ist:
Warum ist die Regierung so verhasst?

Viele junge Wähler werfen Premierministerin May und Außenminister Johnson (dem Anführer der Brexit-Bewegung) vor, ihr Land aus Machtkalkül aus der EU gedrängt zu haben. Beim Referendum war die junge Generation mit Abstand am stärksten für den Verbleib in der Europäischen Union:

Auch sonst gibt es viele Punkte, die die Konservativen für viele Jungwähler unattraktiv machen. So sind sie als einzige Partei gegen das Wahlrecht ab 16 und gleichzeitig für höhere Gebühren im Bildungs- und Gesundheitssystem. Viele werfen der Regierung eine radikale Kürzungspolitik vor, für die der Brexit nur eine Ausrede sei.

Gleichzeitig gewinnt Oppositionsführer Jeremy Corbyn von der sozialdemokratischen Labour-Party seit Wochen an Zustimmung - besonders junge Wähler unterstützen ihn. Er galt jahrelang als linker Außenseiter im Parlament. Zeitweise wollten ihn selbst Parteifreunde wieder loswerden, um bei der Wahl nicht unterzugehen. Doch genau diese Außenseiterrolle scheint Corbyn jetzt attraktiv zu machen. 

Lagen die Sozialdemokraten Anfang Mai noch 20 Prozentpunkte zurück, sind es laut aktuellen Umfragen nur noch sechs bis 14. Labour holt auf. Innerhalb weniger Wochen ist der Wahlkampf so noch einmal spannend geworden.

Corbyn ist jemand, der sich um unser Land sorgt. Er sagt seit 20 Jahren dieselben Dinge. Er hat nie die Seiten gewechselt, das macht ihn bewundernswert.
Michael Odunlami, junger Investmentbanker (CNN)
Können junge Wähler die Wahl drehen?

Die BBC hat zusammen mit Experten ausgerechnet, ob junge Menschen die Wahl entscheiden könnten. Ergebnis: Wenn sich 78 Prozent der 18-24-Jährigen an der Wahl beteiligen, könnten am Ende acht bis zehn Parlamentssitze von den Konservativen an die Sozialdemokraten gehen. Das klingt nach wenig, ist aber viel: Aktuell regiert Premierministerin May mit 12 Stimmen Vorsprung.

Das Problem:

Junge Menschen haben in Großbritannien viel zu sagen – doch nur wenige gehen wählen. Während die Alten in den vergangenen Jahren gleichmäßig gewählt haben, sind die Jungen immer seltener an die Urne gegangen. Dabei könnte es gerade dieses Mal einen großen Unterschied machen.

Wenn die Wahl knapp ausgeht, zählt jede Stimme.
David Cowling, Politikwissenschaftler am King's College London (BBC)

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