Heldin des Tages!

Die Periode macht keinen Spaß. Der Unterleib ziept und drückt, ab und zu wachsen Pickelchen im Gesicht, viele Frauen fühlen sich einfach unwohl. Die Menstruation ist aber nicht nur unangenehm. 

Die Periode ist ganz pragmatisch auch: ein Kostenfaktor. 

Laut einer Studie kann sich eine von zehn Mädchen in Großbritannien keine Hygieneprodukte wie Tampons oder Binden leisten. Das schottische Parlament setzt die Regierung Großbritanniens deswegen unter Druck, Frauen mit niedrigem Einkommen kostenlose Hygieneprodukte anzubieten. (The Guardian)

Dieses Problem hat jetzt eine Politikerin der Scottish Labour Party aus Großbritannien in einer Rede benannt – und damit ein Tabu gebrochen

Danielle Rowley ist 28 Jahre alt und Mitglied des Parlaments. Sie kam zu spät zu einer Debatte über Frauen und Gleichberechtigung. Als Grund nannte sie: ihre Periode.

Im Wortlaut:

"Ich möchte Ihnen und dem Unterhaus verkünden, und vielleicht verzeihen Sie mir meine Verspätung, dass ich heute meine Periode habe. Und das hat mich diese Woche schon 25 Pfund gekostet. Wissen Sie, die durchschnittlichen Jahreskosten für die Periode in Großbritannien betragen 500 Pfund. Viele Frauen können sich das nicht leisten. Was tut der Minister, um auf Perioden-Armut aufmerksam zu machen?"

Die von Rowley genannten 25 Britische Pfund sind ihre persönlichen Ausgaben. Die von ihr zitierte Studie, der zufolge britische Frauen im Jahr etwa 500 Pfund für ihre Periode ausgeben, basiert auf einer Umfrage. Hier haben Frauen gesagt, sie geben im Schnitt für diese Dinge Geld aus: 

  • £13 für Binden/Tampons/Einlagen/Menstruationstassen,
  • £8 für neue Unterwäsche (wegen Flecken),
  • £4,50 für Schmerzmittel,
  • £8,50 für Süßigkeiten und Snacks,
  • £7 für andere Ausgaben im Zusammenhang mit der Periode.

Die Zahlen beziehen sich auf einen Durchschnittswert. Die Bedürfnisse jeder Frau sind natürlich individuell.

Rowley kennt aus ihrem Land den fortschrittlichen Umgang mit Hygieneprodukten. In der schottischen Stadt Aberdeen werden bereits Tampons und Binden an Frauen verteilt, die sich diese Produkte nicht leisten können (bento). 

Schottland ist eines der ersten Länder, das diese Hygieneprodukte kostenlos für Frauen zur Verfügung stellt. 

Eine Umfrage, die sich mit Perioden-Armut in Schottland beschäftigt, hatte gezeigt, dass manche Frauen alte Zeitungen oder alte Klamotten als Binden benutzten, weil sie sich die Hygieneartikel nicht leisten konnten (The Guardian). Die kostenlosen Hygieneprodukte sollen an dieser Situation etwas ändern.

Wie sieht's in Deutschland aus?

Es wird auch immer wieder in Deutschland darüber diskutiert, dass diese Produkte niedriger besteuert werden sollen. Für Lebensmittel etwa gilt ein Steuersatz von 7 Prozent. Für Binden und Tampons wiederum 19 Prozent, die ganz normale Mehrwertsteuer. Im Drogeriemarkt dm kosten 32 o.b.-Tampons 3,25 Euro. Und eine Packung always-Binden, 14 Stück, 1,75 Euro. Das kann auf Dauer ins Geld gehen.

Noch schlimmer war es in Australien: Dort wurden diese Hygieneartikel bis vor kurzem als Luxusprodukte besteuert. Diese Steuer gibt es jetzt nicht mehr. (bento

Update: Wegen Nachfragen haben wir die von Rowley zitierte Studie nachträglich noch aufgeschlüsselt. 


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