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"Wir lieben Greta für das, was sie tut!"

Gustav und Lilli aus Hamburg gehen gerade mit anderen Schülerinnen und Schülern jeden Freitag auf die Straße – für mehr Klimaschutz. Angetrieben werden sie von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die seit August mit ihrem "Schulstreik fürs Klima" jeden Freitag vor dem Reichstag in Stockholm protestiert. 

Der 16-Jährige und die 17-Jährige haben anlässlich der vielen Anfeindungen gegen ihr Vorbild am Dienstag, dem Safer Internet Day, die Petition "We love Greta" gestartet. 

Sie wollen den größten Liebesbrief für Greta schreiben – und so ein Zeichen gegen den Hass setzen, den Greta Thunberg erfährt.

Am Anfang war Greta Thunberg noch allein, mittlerweile schwänzen Zehntausende den Unterricht um den Verantwortlichen in der Politik zu sagen: Nehmt den Klimawandel endlich ernst, und zwar heute und nicht erst morgen. Auch in Deutschland (bento war in Hamburg dabei).

Im Januar nahm Greta am Weltwirtschaftsforum in Davos teil, wo sie vor Managern und Politikerinnen ihre Botschaft wiederholte (bento). Aber all die Aufmerksamkeit zog auch Kritiker an. Und Pöbler. Im Netz wird sie tausendfach für ihr Engagement angefeindet. Auf Facebook postete Greta nun einen Brief, mit dem sie den Beleidigungen Mut entgegensetzte.

Auch Lilli, Gustav und inzwischen über 16.000 andere wollen sich den Kritikern entgegensetzen und zeigen sich solidarisch mit der 16-Jährigen. Die Petition sammelt mit jeder Sekunde mehr Unterschriften.

In einem Video erklären Lilli und Gustav, wofür sie Greta Thunberg lieben:

Auf der Seite der Petition fordern sie Menschen auf, weitere positive Botschaften an Greta Thunberg in die Kommentare zu schreiben. 

Und Tausende folgen ihrer Bitte. Junge und ältere Menschen schreiben auf Deutsch und Englisch, wofür sie Greta Thunberg lieben und warum sie sie unterstützen:

Die Botschaften zeigen: Hier entsteht eine Bewegung, die ernst genommen werden will. In Belgien trat nun sogar die Umweltministerin zurück, nachdem sie eine Verschwörungstheorie über die Klima-Kids verbreitet hatte:


Fühlen

Ist es schlimm, als Frau über sexistische Witze zu lachen?

Er ist so einfach, dieser Witz. "Loch ist Loch" steht über dem Bild eines Bagels und eines Donuts. Es ist eine aktuelle Werbung des Discounters Lidl. Ich muss schmunzeln, denn es ist ein guter Spruch für zwei ähnlich geformte Backwaren. Doch leider hat er auch einen sexistischen Hintergrund – meist wird er von Männern in abfälligen Gesprächen über Frauen verwendet. Hauptsache Sex gehabt, alles andere interessiert nicht. Die Frau wird auf die Vagina reduziert, reines Sexobjekt. Klassiker.

Muss ich deshalb jetzt gegen die Donutwerbung sein, weil ich Frau und Feministin bin? Oder darf man auch mal über platte Witze lachen? 

Unter kritischen Artikeln zur Lidl-Werbung sammeln sich zunächst Kommentare von Männern. Tenor: Der Trubel ist völlig übertrieben. Kennt man auch aus Kommentarspalten zu #MeToo-Debatten. 

Doch es sind – ebenfalls wie bei #MeToo – auch einige Frauen dabei, die sich über die Aufregung aufregen. Sie distanzieren sich von den "Feministinnen" und schreiben Dinge wie "Ich bin auch eine Frau und finde das nicht schlimm". Sofort 40 Likes, vielen Männern gefällt das. 

Wie so oft frage ich mich: Sollten Frauen nicht zusammenhalten? Oder müssen wir den Kampf gegen Klischees und für Gleichberechtigung nicht gleich bei jedem blöden Witz ausfechten?