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Gotthardtunnel, was ist das?

Der Gotthard-Basistunnel ist ein Eisenbahntunnel. Mit knapp 57 Kilometern ist er der längste der Welt. Er verläuft in Teilen unter dem Gotthard-Massiv in der Schweiz und verbindet Immensee im Norden des Landes mit Como im südlichen Italien – untertunnelt also fast die gesamte Schweiz. Am Mittwoch wird er feierlich eröffnet.

Warum interessiert uns das?

Europa rückt dichter zusammen. Zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer können Züge künftig sehr viel schneller verkehren. Dadurch, dass sie nicht mehr über die Alpen müssen, sind Personenzüge bis zu 250 Stundenkilometer schnell – die Fahrt wird kürzer.

Güterzüge sollen halb so schnell fahren. Durch den Tunnel können dann doppelt so viele Waren hin- und her transportiert werden. Der Bau quer durch die Alpen ist also gut für Tourismus und Wirtschaft. ("Aargauer Zeitung")

Außerdem ist der Gotthard-Basistunnel ein gigantisches Infrastrukturprojekt der Schweizer: 17 Jahre lang wurde er in den Fels gehauen. Der Bau hat insgesamt 23 Milliarden Franken (rund 21,5 Milliarden Euro) gekostet. (Infografik auf bluewin.ch)

So ähnlich kannst du dir die Bauarbeiten vorstellen:
Wie viel schneller bin ich jetzt wirklich am Meer?

Züge, die ihn passieren, brauchen nur rund 20 Minuten zur Durchfahrt. Ein Auto braucht für die Strecke über die Berge etwa 150 Minuten – aber nur, wenn kein Schnee liegt.

Auch im Vergleich zu bisherigen Zugstrecken soll die neue Gotthard-Route rund eine halbe Stunde schneller sein. Sogar eine ganze Stunde bis 2020, wenn weitere Arbeiten abgeschlossen sind. ("Tagesanzeiger")

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Gab es nicht schon längst einen Gotthardtunnel?

Genau, zwei sogar:

  • Der Gotthard-Scheiteltunnel ist 15 Kilometer lang und verläuft direkt unter dem Gotthard-Massiv. Dieser Tunnel wurde bereits im 19. Jahrhundert gebaut. Wenn nun der neue große Bruder, der Basistunnel, eingeweiht wird, könnte der Gotthard-Scheiteltunnel bald stillgelegt werden.
  • Außerdem gibt es auch einen Autotunnel: Der Gotthard-Straßentunnel ist knapp 17 Kilometer lang. 2001 brach im Tunnel ein Feuer aus, bei dem elf Menschen ums Leben kamen. (SRF I)
Warum dauert es bis zur richtigen Eröffnung noch?

Die feierliche Eröffnung mit Staatsgästen aus aller Welt ist diesen Mittwoch. Danach werden aber vorerst keine Züge fahren: Gerade um Katastrophen wie 2001 im Straßentunnel zu vermeiden, wird es zunächst noch 3000 Testfahrten geben. Zu Weihnachten soll dann der normale Verkehr rollen. (SPIEGEL ONLINE)

Was ist am neuen Tunnel so besonders?

Vor allem die Bauleistung: Das Gleisbett ist fast gerade, damit die Züge so schnell fahren können. Nun mag ein gerades Gleisbett nichts besonderes sein, wenn man an norddeutsches Flachland denkt. Für den Gotthardtunnel musste jedoch tief in den Fels gebohrt werden – egal, wie hart der an einer Stelle auch sein mochte.

Obwohl das Bauvorhaben also seine Schwierigkeiten mit sich brachte, wurden die Schweizer sogar ein Jahr vor der geplanten Eröffnung fertig. Und auch die Kosten hielten sich im Rahmen: Der Tunnel allein sollte in der Planung von 1998 rund sechs Milliarden Franken kosten. Jetzt ist es mit zwölf Milliarden das Doppelte geworden, plus weitere elf Milliarden für Nachbartunnel und Gleisanlagen (SRF II).

Gerade weil es solch einen Entscheid gab, zieht die Schweiz aber hier auch an einem Strang: Beschlossen wurde der Tunnelbau bereits 1992. Es war ein Volksentscheid pro Europa ("Die Zeit").


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