Bild: Imago

Vor wenigen Tagen feierte sich Google noch für einen angeblichen Meilenstein: "Wir haben weltweit Lohngleichheit hergestellt", schrieb das Unternehmen auf Twitter und bot an, andere Firmen beim Erreichen dieses Ziels zu unterstützen.

Doch nun stellt sich heraus: Das stimmt womöglich gar nicht. 

Google soll seinen weiblichen Angestellten dramatisch viel weniger Gehalt zahlen, als den männlichen Kollegen.

Woher kommen die Vorwürfe?

Schon im Januar hat das US-Arbeitsministerium gegen Google geklagt, um Einsicht in Personalakten des Konzerns zu bekommen. Das Ministerium hat darauf ein Anrecht, weil Google ein staatlicher Auftragnehmer ist. Bei solchen ist es gängige Praxis, dass der Staat verschiedene Prüfungen durchführt. 

Im vergangenen Jahr begann das Arbeitsministerium zu prüfen, ob Google sich an die Anti-Diskriminierungsgesetze hält. Dafür forderte die Behörde Mitarbeiter-Akten an, von denen sie aber nur einen Teil ausgehändigt bekam. Es folgte die Klage. (CNN

Bei einer ersten Anhörung vor Gericht in San Francisco fielen nun harte Sätze (Guardian). Die Untersuchung sei zwar noch nicht beendet, sagte Janet Herold, eine der Anwälte des Arbeitsministeriums. Aber die Behörde habe schon jetzt "überzeugende Beweise einer signifikanten Diskrimierung gegen Frauen"

Eine andere Vertreterin der Behörde sagte aus:

Wir haben systematische Gehaltsunterschiede in Bezug auf Frauen gefunden.
Janette Wipper

Eine Anwältin fügte hinzu, dass die Diskriminierung gegen Frauen bei Google extrem sei – sogar im Vergleich zum Rest der noch immer relativ männerdominierten Welt des Silicon Valley.

Frauenanteil bei Google

Google gibt seit 2014 jährlich einen Bericht über die Zusammensetzung der eigenen Belegschaft heraus. Demnach lag der Frauenanteil im Konzern 2016 weltweit bei 31 Prozent

Nur ein Fünftel aller technischen Berufe ist von Frauen besetzt, sowie ein Viertel aller Führungspositionen.

(Google Diversity Report)

Was sagt Google dazu?

Gegenüber dem Guardian äußerte sich Google sehr klar: 

"Wir widersprechen den Anschuldigungen vehement. Jedes Jahr erstellen wir eine umfassende Analyse der Gehälter und haben dabei keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen festgestellt. Abgesehen von einer haltlosen Aussage, die wir vor Gericht zum ersten Mal gehört haben, hat die Behörde keinerlei Daten vorgelegt oder ihre Vorgehensweise erklärt."

Die Forderungen der Behörde, Einsicht in die Akten der Mitarbeiter zu bekommen, bezeichneten die Anwälte von Google als überzogen und eine Verletzung der Privatsphäre der Angestellten.

Das Arbeitsministeriums sieht das anders. Einer der Anwälte sagte vor Gericht:

Aus irgendeinem Grund will Google die gehaltsrelevanten Informationen verstecken.
Marc Pilotin

Was bedeutet das alles und was passiert jetzt?

Sollten die Anschuldigungen stimmen, wäre das ein sehr großer Fall. Für die Dauer des Verfahrens hat die Behörde nun das Gericht gebeten, alle Verträge zwischen dem Staat und Google aufzuheben und so lange keine neuen zu erlauben, bis Google sich den Prüfungen stellt.

Allerdings gibt es laut dem Bericht des Guardian Unsicherheit darüber, wie das Ministerium unter Trump künftig handeln wird. Der US-Präsident hat einige der von Obama eingeführten Anti-Diskriminierungs-Gesetze zurückgeschraubt (NBC). Und: Zwei Trump-Berater haben bereits negative Erfahrungen mit dem Arbeitsministerium gemacht. Peter Thiel hat die Tech-Firma Palantir gegründet, Safra Catz sitzt im Vorstand des Unternehmens Oracle – beide Firmen wurden in den vergangenen Jahren von der Behörde wegen Verstößen gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz verklagt.

In welcher Härte die Behörde also die Vorwürfe weiter verfolgt, bleibt also zu sehen.


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