Bild: imago/ D. Van Tine

Die #MeToo-Debatte geht weiter. Und zwar dort, wo sie losgetreten wurde, wo die ersten Frauen sich lautstark zu Wort meldeten, die sexuell belästigt wurden: in Hollywood. 

Am 7. Januar beginnt mit der 75. Verleihung der Golden Globes die Award-Season 2018 in den USA, dicht gefolgt von der Verkündung der Oscar-Nominierungen zwei Wochen später. Es ist eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres für Hollywood. Doch Hollywood ist dabei, sich zu verändern: Die #MeToo-Debatte wird das Event in diesem Jahr prägen.

Viele Schauspielerinnen haben angekündigt, dass sie sich als Zeichen gegen sexuelle Belästigung und aus Solidarität mit den Opfern ganz in schwarz kleiden werden. 

Die einheitliche Farbe soll auch zeigen: Wir Frauen in Hollywood halten zusammen. Unter anderem sollen Reese Witherspoon, Eva Longoria, Gal Gadot und Mary J. Blige sich an der Aktion beteiligen wollen, die von den Gründerinnen der "Time's Up"-Initiative unterstützt wird.

Auch Männer wollen sich dem schwarzen Protest anschließen, unter anderem Dwayne Johnson, Tom Hiddleston, Armie Hammer, and Garrett Hedlund. (Mashable)

Was ist "Time's up" nochmal?

Passend zur schwarzen Kleidung wollen einige der Stars sich mit diesem Accessoire schmücken. Ein Pin im Rahmen der "Time's Up"-Aktion, der aussagt: Es reicht. Genug. Es muss sich etwas ändern.

Doch vielen geht dieser Schritt nicht weit genug:

Eine Veranstaltung, die eine Industrie feiert, in der so vieles falsch läuft, sollte direkt boykottiert werden.

Reese Witherspoon, Mitbegründerin von "Time's Up" sieht das natürlich anders: Schwarze Kleidung als Zeichen der Solidarität zu tragen, sei nur ein kleiner Teil des Puzzles, der größeren Vision. (The New York Times)

Wir wollen damit zeigen, dass Frauen vereint sind, immer vereint waren und dass wir für diejenigen aufstehen, die es selbst nicht können.
Reese Witherspoon

Auch Eva Longoria wehrt sich gegen den Vorwurf, schwarze Kleidung sei ein zu schwaches Statement, ein stiller Protest – als wären Frauen nicht schon still genug. 

"Anstatt uns zu fragen, welchen Designer oder welche Designerin wir tragen, werden sie uns fragen, warum wir schwarz tragen. Wir nutzen diese Plattform und unsere Stimmen um zu sagen, dass wir diese Ideologie verändern und den Sexismus zerschlagen können, der Männern beibringt, dass Frauen weniger wert seien." (The New York Times)

Auch Seth Meyer, Host der US-Talkshow "Late Night" und diesjähriger Moderator der Golden Globes, nennt die Debatte den "elephant in the room" – den Elefanten im Raum. An ihm kämen auch die Veranstalter nicht vorbei.

Unter anderem diese Frauen stehen hinter der "Time's Up"-Aktion: 
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So oder so: Es wird geredet, es wird diskutiert, es wird protestiert. All das zeigt: 

Die #MeToo-Bewegung stoppt auch vor Hollywoods Prestige-Veranstaltungen nicht. 

Award-Veranstaltungen werden nicht zum ersten Mal als Bühne für politische Statements genutzt. Unter dem Hashtag #AskHerMore forderten Hollywoods Frauen 2015, dass Journalisten bei den Oscars mit ihnen nicht nur über ihre Kleidung, die Designer und ihren Schmuck sprechen, sondern auch über wichtigere Fragen. Denn auch sie haben etwas zu sagen. (TIME) Und im Jahr 2016 trendete kurz vor den Oscar-Verleihungen der Hashtag #OscarsSoWhite, weil ausschließlich weiße Schauspielerinnen und Schauspieler nominiert waren. (bento)

Ja, die Golden Globes, die Emmys, die Oscars sind privilegierte Veranstaltungen für die Reichen dieser Welt. Aber sie bekommen weltweit Aufmerksamkeit und können deshalb auch ein Forum sein, ein Sprachrohr, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Es ist gut, dass auch in diesem Jahr Frauen und Männer dieses Sprachrohr nutzen wollen. Dass sie sagen, was falsch läuft.

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