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Die Suche nach Germany's Next Topmodel geht wieder los: 50 junge Frauen wollen Heidi Klum in Challenges und Shootings von ihren Topmodel-Qualitäten überzeugen. Die ersten 15 Minuten der neuen Folge Germany's Next Topmodel zeigt ProSieben im Netz und sie machen ein Problem der Sendung sehr deutlich.

"…und auf einmal wirst du wach und bist bei Germany’s Next Topmodel" schreibt Heidi Klum auf ihrem Instagram-Account. 

Germany's Next Topmodel erweckt zu Beginn gerne den Eindruck, dass jeder mitmachen kann. "Team Diversity" kreischten in der vergangenen Staffel die Mädels in Michael Michalskys Team. Und auch wenn der Designer in der aktuellen Staffel kein festes Mitglied der Jury mehr ist – die Show will auch in diesem Jahr zeigen, wie divers sie ist.

Unter dem Hashtag #ichbingntm2019 konnten sich auf Instagram alle bewerben, die von einer Modelkarriere träumen. Etwa 12.000 Beiträge finden sich hier. 

Auch ein paar "extravagante Girls" seien wie immer ihrem Aufruf gefolgt, sagt Heidi Klum in der ersten Folge der neuen Staffel stolz in die Kamera.

Im Schnelldurchlauf laufen die "extravaganten" Bewerberinnen durchs Bild. Ein Mädchen wirft einen Kussmund für Heidi in die Kamera – das "extravagante" an ihr sind ihre Achselhaare. Queere junge Frauen stellen sich vor. Das "extravagante" an ihnen, zumindest lässt sich sonst nichts feststellen, ist wohl ihr Queersein. Ein lesbisches Paar läuft gemeinsam vor die Kamera und küsst sich. Wirklich sehr "extravagant".

Das wirkt nicht so, als hätten die Bewerberinnen je eine Chance gehabt und auch nicht als wären "Personality" und "Diversity" in der Show gefragt. Im Gegenteil: Die Bewerberinnen werden ausgestellt. Es ging nicht darum, sie einzuladen - sondern um eine Gelegenheit für Heidi, Offenheit zu demonstrieren. 

Dabei macht sie mit diesem Clip genau das Gegenteil: Indem sie Frauen, die nicht in das Top-Model-Schema passen, als "extravagant" bezeichnet, zeigt sie, wie eng dieses Schema eigentlich ist. 

Die 50 erfolgversprechendsten Kandidatinnen läd Heidi Klum nach Berlin ein. Die "extravaganten Girls" haben es nicht in die engere Auswahl geschafft. Wer auch nur eine Folge Germany's Next Topmodel geschaut hat, ist nicht verwundert. 

Auch wenn Heidi Klum gerne betont, wie wichtig ihr die "Personality" der Kandidatinnen ist, am Ende gewinnen immer ähnliche Typen von Mädchen. 

Man kann sagen: So ist das Model-Business und daran kann Heidi Klum nichts ändern. 

Aber es ist verlogen, in der Show immer wieder zu betonen, wie wichtig "Diversity" und "Personality" seien, wenn es darauf am Ende nicht darauf ankommt. 


Tech

So wichtig ist diesen Rollstuhlfahrerinnen das neue Rollstuhl-Emoji

Jetzt ist es bestätigt: Das Unicode-Konsortium hat die endgültige Emoji-Liste für 2019 genehmigt. Das bedeutet, dass wir insgesamt 230 neue Emojis im Laufe des Jahres 2019 auf unsere Smartphones und in soziale Netzwerke bekommen werden. (Unicode.org)

Neben einem gähnenden Emoji, einem Faultier, Otter und Flamingo (bento) oder einem Handzeichen, das als "Kneifen" gemeint ist, aber garantiert nicht so verwendet werden wird (bento), kommen jetzt auch Emojis, die Vielfalt und Inklusion symbolisieren. So gibt es bald Händchen haltende Paare in vielen Kombinationen in Geschlecht und Hautfarbe. 

Und auch Menschen mit Behinderung wird es als Emoji geben: Es gibt Männer und Frauen mit Blindenstock oder im Rollstuhl oder auch Gehörlose. Außerdem Arm- und Beinprothesen, Blindenstöcke, Rollstühle, Ohren in verschiedenen Hautfarben mit Hörgeräten und viele mehr. 

So sehen alle neuen Emojis 2019 aus: