Große #TeamGinaLisa-Demo vor dem Gericht

Heute soll in Berlin entschieden werden, ob Gina-Lisa Lohfink schuldig ist, zwei Männer fälschlicherweise der Vergewaltigung und der Verabreichung von K.O.-Tropfen beschuldigt zu haben. Von der mutmaßlichen Tat existiert ein Video, dass kurz nach der gemeinsamen Nacht im Netz verbreitet wurde. Auf dem Video ist zu hören, wie die Frau den beiden Männern mehrmals "Hör Auf!" sagt. Ob dieser Wunsch allerdings dem Geschlechtsverkehr oder dem Filmen gegolten hatte, konnte vom Gericht nicht abschließend geklärt werden (bento I). Für die Verbreitung des Videos wurde einer der Männer verurteilt, vom Vorwurf der Vergewaltigung wurden sie allerdings freigesprochen.

Vor dem Gerichtssaal wird seit Montagmorgen demonstriert. Unter dem Hashtag #TeamGinaLisa hatten sich in den sozialen Netzwerken bereits seit Wochen Unterstützerinnen und Unterstützer zusammengefunden und sich über die Gesetzeslage und eine mögliche Vorverurteilung von Gina-Lisa Lohfink beschwert. Auf der Straße vor dem Gericht entlädt sich nun die Wut über die gefühlte Ungerechtigkeit gegenüber Gina-Lisa Lohfink. Unter anderem wurden auf der Demo Erfahrungsberichte von Vergewaltigungsopfern vorgelesen, Sprechchöre mit "Du bist nicht allein"-Rufen unterstützen die Angeklagte.

Das Verfahren zieht sich hin

Die Verteidiger von Frau Lohfink haben am Montagmorgen einen Befangenheitsantrag gegen die vorsitzende Richterin gestellt. Das bedeutet, ihr wird vorgeworfen, nicht neutral zu sein und die Angeklagte wegen etwaiger Vorurteile nicht objektiv behandeln zu können. Der erste Zeuge konnte daher erst 100 Minuten später aussagen, als geplant. ("Der Tagesspiegel")

Im Gerichtsgebäude sollen sich laut Medienberichten außerdem mehrere Männer lautstark über das Video geäußert haben. Schon am ersten Prozesstag gegen Lohfink hatte man sie auf dem Flur des Gerichts als "Hure" beschimpft und im Saal ein weiteres Sexvideo zum Kauf angeboten. Die Männer durften ohne Aufnahme der Personalien gehen, Lohfink erlitt einen Kreislaufzusammenbruch. (stern.de)

Was bedeutet eigentlich "Nein-heißt-Nein"?

Es geht um vieles

Der Fall wird gesellschaftlich und medial stark diskutiert und hat aus mehreren Gründen einen Symbolcharakter:

  • Die Frage, ob das Ignorieren eines "Nein" beim Sex ausreicht, um eine Vergewaltigung zu begehen, wurde kürzlich politisch ausgefochten und soll nun im Sexualstrafrecht umgesetzt werden. Bisher war dies nicht der Fall. (bento II)
  • Am Fall Gina-Lisa Lohfink zeigt sich, wie stark "Rapeculture" in den Köpfen der Menschen immer noch vertreten ist. Kommentatoren im Netz und in Artikeln argumentieren etwa, wer sich so anziehe, schminke und verhalte wie Frau Lohfink habe es nicht anders verdient. Oder sogar darauf angelegt. Schuld an einer Vergewaltigung ist also für viele immer noch das Opfer, nicht der Täter. (dradio Wissen)
  • Am vergangenen Wochenende entlud sich über dem Wurstproduzenten Wiesenhof ein Shitstorm, nachdem ein Werbespot mit dem Comedian Atze Schröder sich über die mutmaßliche Vergewaltigung lustig machte. Wiesenhof und Schröder baten dafür um Entschuldigung. (bento III)
  • Letzten Endes geht es um die große Frage: Kann Gina-Lisa Lohfink eine Vorkämpferin oder Symbolfigur für den Feminismus sein? Viele Menschen haben sich hinter sie gestellt und sie öffentlich unterstützt. Sollte ihr im Prozess eindeutig eine Lüge nachgewiesen werden, hätte sie dem deutschen Feminismus einen Bärendienst erwiesen und die zahlreichen Kritiker hätten allen Grund zum Jubeln.

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