Dieses Foto ging vor ein paar Wochen um die Welt: Ein Lehrer malt mit farbigen Kreiden "Microsoft Word" auf die Tafel. Und seine Schüler übertragen die Fenster in ihre Hefte – weil die Schule für den Computer-Unterricht keine Computer zur Verfügung hat.

Für Richard Appiah Akoto, den Lehrer auf dem Foto, und seine Schüler hat sich seitdem einiges verändert

Die wichtigste Veränderung: Jetzt können sie "Word" auf echten Computern lernen.

Akoto, 33, unterrichtet seit sechs Jahren an der "Betenase Junior High School" in Ghana. Er ist Lehrer für das Fach ICT, Informations- und Kommunikationstechnologie. ICT ist Teil einer landesweiten Prüfung, die alle 14- und 15-jährigen Schüler ablegen müssen. 

Deshalb wollte Akoto seinen Schüler die Inhalte beibringen, so gut es geht – auch ohne Computer. Also malt er wichtige Programme eins zu eins ab, so wie das "Microsoft Word"-Fenster, mit allen kleinen Symbolen für Fetten, Drucken, Speichern und Formatierung.

Akoto ist auch sehr aktiv auf Facebook. Dort postete er vergangenen Monat das Bild aus seinem Klassenzimmer. Es teile sich tausendfach in den sozialen Netzwerken. 

Von der weltweiten Resonanz zeigte sich der Lehrer überrascht: "Das war nicht das erste Mal, dass ich das gemacht habe", sagt er Quartz. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass das so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde."

Doch das hat es – und diese Aufmerksamkeit kommt Akoto und seiner Schule nun zugute. 

Zunächst meldete sich Microsoft zu Wort und versprach, Akoto mit einem Gerät und Zugängen zu seinem Technologiekompetenz-Programm auszustatten. Außerdem lud das Unternehmen Akoto zum "Microsoft Education Exchange" nach Singapur ein, einer Tagung für Digitale Bildung.

Und auch andere wollten ihn gerne unterstützen: Inzwischen hat die Schule mehrere Computer und Laptops erhalten, als Spenden von Privatpersonen und Unternehmen aus dem Ausland und Ghana selbst. 

Auf Facebook postet Akoto nun Fotos von sich, seinen Schülern und den geschenkten Computern – und bedankt sich für die Unterstützung:

Auch über diese Entwicklung freuen sich nun Tausende Facebook-Nutzer mit Akoto – und fordern nun, dass er "Bester Lehrer des Landes" wird, ein Titel, der jedes Jahr in Ghana vergeben wird. 

Doch so beeindruckend das Engagement des Lehrers auch ist – gleichzeitig macht dieser Fall auf Probleme im Bildungssystem des afrikanischen Staates aufmerksam. 

Dem öffentlichen Schulsystem in Ghana fehlt es an Geld und Ressourcen für den Unterricht. Außerdem werden immer häufiger Forderungen laut, dass die vorhandenen Ressourcen gerechter verteilt werden sollen. Denn ländliche Gegenden wie die, in der Akoto unterrichtet, sind oft zusätzlich benachteiligt. (Quartz)

Um diese Probleme zu lösen, braucht es wohl mehr als einen einzelnen kreativen Lehrer. Akotos Erfindungsreichtum bleibt dennoch eine schöne Inspiration.

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