Bild: dpa/Tom Wunderlich
Forscher haben Kriminalität bei Flüchtlingen untersucht – das sind ihre Tipps.

Mehr Flüchtlinge bedeuten mehr Gewalttaten. Das ist das Ergebnis einer Studie der Kriminalwissenschaftler Christian Pfeiffer, Dirk Baier und Sören Kliem. Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums haben sie sich Gewalttaten in Niedersachsen angesehen – und dabei besonders darauf geachtet, welche Rolle Flüchtlinge spielen.

Die Forscher warnen jedoch vor vorschnellen Schlüssen. Es gebe viele Gründe für den Anstieg der Gewalt. 

Die Untersuchung zeigt: Um Gewalt zu verhindern, müssen vor allem junge Flüchtlinge besser betreut werden.

Wie wurde geforscht?

Für die Untersuchung hat sich das Forscherteam um Christian Pfeiffer die Kriminalitätsstatistik von Niedersachsen angeschaut. Das dortige Innenministerium hat ihnen spezielle Daten über Flüchtlinge bereitgestellt. Untersucht wurden Flüchtlinge, die 2015 und 2016 nach Niedersachsen kamen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:
Seit 2007 waren polizeilich registrierter Gewalttaten in Niedersachsen immer weiter gesunken.
​Zwischen 2014 und 2016 stieg die Zahl jedoch wieder an – zu 92,1 Prozent ist dieser Anstieg Flüchtlingen zuzurechnen.
Insgesamt rechnet die Polizei fast jede achte Gewalttat in Niedersachsen einem Flüchtling zu.​​
Kriegsflüchtlinge, die eine Chance haben, in Deutschland bleiben zu können – also jene aus Syrien, Irak, Afghanistan – sind kaum unter den Gewalttätern.
Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive – vor allem aus Marokko, Algerien, Tunesien – sind hingegen überproportional oft vertreten.
Opfer sind zu je einem Drittel erstens ebenfalls Flüchtlinge, zweitens andere in Deutschland lebende Ausländer oder drittens Deutsche.
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Wie begründen die Forscher ihre Erkenntnisse?

Dass es unter Flüchtlingen oft zu Gewalttaten kommt, ist für die Kriminologen nicht verwunderlich. Mehrere Faktoren kommen zusammen:

  • Der Wohnort. Viele Flüchtlinge leben in Heimen auf beengtem Raum. Das sorgt schnell für Konflikte.
  • Das Alter. Viele Flüchtlinge sind sehr jung. Da generell die meisten Gewalttaten von Männern zwischen 18 und 30 Jahren verübt werden, gibt es auch unter Flüchtlingen einen erhöhten Anteil.
  • Das Geschlecht. Männer aus Afrika und dem Nahen Osten wurden mit anderen "Männlichkeitsnormen" erzogen, sie sind "Machos". Entsprechend neigen sie schneller zu Handgreiflichkeiten.
  • Die Familie. Oft werden die Männer zuerst auf die schwere Flucht geschickt, Frauen, Mütter, Schwestern bleiben zurück. Diese fehlen als "zivilisierende" Bezugspersonen.
  • Die Anzeigebereitschaft. Deutsche zeigen Gewaltdelikte von Flüchtlingen mindestens doppelt so oft an wie bei deutschen Tätern. Entsprechend hoch ist dann ihr Anteil in der Statistik.
Das empfehlen die Forscher in ihrem Gutachten, um Gewalttaten von Flüchtlingen zu verhindern:

Die größten Probleme, die sie im Umgang mit Flüchtlingen sehen: Vielen jungen Männern fehlt es an Familie und an Perspektive.

1. Der Familiennachzug muss her.

Der Mangel an Frauen – also Schwestern, Müttern, Freundinnen – wirke sich negativ auf das Zusammenleben in den Unterkünften aus. Wird der Familiennachzug erlaubt und schnell umgesetzt, könne das die Flüchtlinge in sozialen Strukturen festigen.

Fehlen weibliche Bezugspersonen, "kommt die gewaltpräventive, zivilisierende Wirkung, die von Frauen ausgeht, nur sehr begrenzt zum Tragen".
Aus der Studie
2. Klare Einwanderungsregeln müssen her. 

Außerdem halten die Wissenschaftler ein Einwanderungsgesetz für sinnvoll. Auf jeden Fall muss klar geregelt sein, unter welchen Bedingungen Ausländer eingebürgert werden können. "Das schafft für sie einen starken Anreiz, sich engagiert um die Erfüllung der Einwanderungsvoraussetzungen zu bemühen", heißt es in der Untersuchung. 

3. Flüchtlinge müssen besser integriert werden.

Unter anderem solle es bessere Angebote wie etwa Sprachkurse, Praktika sowie Betreuungskonzepte für junge Flüchtlinge geben, empfiehlt das Team um den Kriminologen Christian Pfeiffer. Viele Flüchtlinge schlagen in den Heimen Zeit tot, es komme so leichter zu Reibereien. 

Wenn sie durch Sportangebote und Aktivitäten abgeholt werden, fühlen sie sich besser angenommen – dafür müsste Deutschland mehr Betreuer und Sozialpädagogen bereitstellen. 

4. Eine bessere Kooperation mit den Heimatländern ist nötig. 

Abgewiesene Asylsuchende sollten zudem mehr Unterstützung in ihrem Heimatland bekommen. Dafür solle der Staat mit mehr Geld Projekte in den Heimatländern der Flüchtlinge finanzieren.


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