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Geschäftsmäßige Sterbehilfe ist in Deutschland künftig verboten. Das hat heute der Deutsche Bundestag beschlossen. 309 von 602 Abgeordneten – quer durch alle Parteien – stimmten für den Gesetzesentwurf. Das Gesetz ist besonders umstritten, im Vorfeld war völlig unklar, wie die Abstimmung ausgehen würde. In der Debatte diskutierten die Abgeordneten heftig.


Der Entschluss folgt einer jahrelangen Diskussion über Vereine, die kommerziell oder nicht-kommerziell tödliche Medikamente an Menschen weitergeben, die sterben wollen. Bislang arbeiten sie in einer rechtlichen Grauzone. Künftig stehen auf die Weitergabe durch Nicht-Mediziner bis zu drei Jahre Haft.

Welche Alternativen gab es?

Insgesamt waren vier Gesetzentwürfe vorgeschlagen worden. Alle hätten Sterbehilfe als Geschäftsmodell (wie im Fall der Vereine) verboten. Sie variierten aber darin, wie weit sie Sterbehilfe von Ärzten und Angehörigen zuließen:

  • Nach einem vor allem von CDU-Abgeordneten unterstützten Entwurf hätte sogar Angehörigen Gefängnis gedroht, wenn sie beim Sterben assistiert hätten.
  • Ein anderer, von mehreren SPD- und Grünen-Abgeordneten unterstützer Entwurf hätte Ärzten Sterbehilfe bei einer "unheilbaren, unumkehrbar zum Tode führenden Krankheit" erlaubt.
  • Die liberalste Alternative hätte die Hilfe zur Selbsttötung ausdrücklich erlaubt.

Das Gesetz, das nun beschlossen wurde, verbietet die Arbeit der Vereine. Er erlaubt Ärzten aber im Grundsatz, etwa durch Überreichen schmerzlindernder Medikamente, dem Patienten einen Suizid zu ermöglichen.

Allerdings fürchten Kritiker, dass ein Arzt mit dem neuen Gesetz in Konflikt kommen könnte: Nämlich, wenn er regelmäßig Sterbehilfe leistet. Letztlich muss man allerdings Gerichtsurteile zu diesem Thema abwarten.

Was kann ich selbst tun?

Während Sterbehilfe in manchen Fällen also in der rechtlichen Grauzone bleiben könnte, ist die Patientenverfügung definitiv legal. Wer sich auf ein Unglück oder eine schwere Erkrankung vorbereiten will, kann darin genau darlegen, in welchem Gesundheitszustand (zum Beispiel Koma, Alzheimererkrankung) er lebenserhaltende Maßnahmen ablehnt.

Das Formular kann man unter patientenverfuegung.de ausfüllen. Auf einem Beiblatt sollte man so detailliert wie möglich darlegen, wann die Ärzte und Angehörigen wie entscheiden sollen. Die Verfügung kann jederzeit geändert werden.

Aktive Sterbehilfe wird auch durch eine Patientenverfügung nicht legal. Allerdings nimmt man Angehörigen und Ärzten dadurch im Ernstfall eine schwere Entscheidung ab.