Bild: Reuters/Leah Millis

Am Wochenende haben sich die Regierungschefs der G7 in Kanada getroffen. Zu der Gruppe gehören USA, Kanada, Deutschland, Japan, Frankreich, Großbritannien und Italien. 

Und eigentlich gab es nur ein wichtiges Thema: Europa und die anderen Staaten gegen Donald Trump. Der hält nämlich nichts von freiem Welthandel und hat gerade Strafzölle auf Stahl und Aluminium beschlossen.

Schon vor dem Treffen ging der Streit los, Donald Trump und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gifteten sich auf Twitter an.

Trump beschwerte sich über die Handelspolitiker Kanadas und der Europäer.

Macron drohte mit einer gemeinsamen Erklärung aller teilnehmenden Staaten außer den USA. 

Während des Treffens im Tagungsort La Malbaie soll Trump die Zölle erneut verteidigt haben und anderen G7-Mitgliedern wie Deutschland hohe Handelsüberschüsse vorgeworfen haben. Es gebe weiter große Meinungsverschiedenheiten, berichteten Diplomaten nach den ersten Gesprächsrunden. (SPIEGEL ONLINE)

Zur frostigen Stimmung passen die Bilder, die eine Fotografin von Trump und Macron gemacht hat. Sie zeigen: Beim Händedruck quetscht Macron Trumps Hand so hart, dass die Abdrücke seiner Finger auf Trumps Hand zurückbleiben. Das Foto ist wohl das Symbol für die misstrauische Stimmung zwischen Europäern und Trump. Nach und nach wird deutlich, dass die gute Beziehung zwischen den großen europäischen Staaten und den USA zerbrochen ist.

Der Handschlag in der Detailanalyse:

1

Die Einladung: Macron bittet zum Händedruck

(Bild: Reuters/Leah Millis)

2

Der entscheidende Moment: Macron greift zu, Trump hat keine Chance

(Bild: Reuters/Leah Millis)

Macron greift offenbar ganz bewusst dahin, wo es wehtut: an den Bereich vor den Fingerknöcheln.

3

Die Nachwirkungen: Der weiße Abdruck ist klar sichtbar

(Bild: Reuters/Leah Millis)

Viel spricht dafür, dass Macron bewusst so hart zugedrückt hat. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Macron und Trump beim Händeschütteln duellieren. Schon bei seinem Treffen mit Trump in Brüssel habe er ein Zeichen setzen wollen, sagte Macron später.

Er drückte fest zu, der Händedruck machte Schlagzeilen. Auch weil vorher Trump die Staatschefs reihenweise mit seiner aggressiven Art der Begrüßung überrumpelt hatte – Macron war das ebenfalls einmal passiert.

Ein solcher Händedruck sei zwar nicht das Wichtigste in der Politik, aber "ein Moment der Wahrheit", sagte Macron nach dem Treffen in Brüssel damals. "Man muss zeigen, dass man keine kleinen Zugeständnisse macht, nicht einmal symbolisch."

"Donald Trump, der türkische oder der russische Präsident agieren in einer Logik der Stärke – das stört mich nicht. Ich glaube nicht an eine Politik der öffentlichen Beschimpfung, aber in meinen bilateralen Kontakten lasse ich nichts einfach passieren."
So verschafft man sich Respekt.
Emmanuel Macron über Händeschütteln mit Trump

Wie geht es weiter?

Nach dem brutalen Händedruck stimmte Trump zunächst versöhnliche Töne an.

"Wir haben ein wirklich sehr gutes Verhältnis, sehr besonders. Wir arbeiten daran, und Emmanuel war hier sehr hilfreich."

Dann reiste der US-Präsident vorzeitig ab. Er muss zum Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un nach Singapur.

  • Vorher beklagte er sich in seinem Abschlussstatement vor Journalisten noch mal über das aus seiner Sicher ungerechte Welthandelssystem.
  • Seine Vorgänger im Weißen Haus seien dafür verantwortlich, dass die Staatschefs anderer Länder Verträge auf Kosten der USA hätten abschließen können.
  • Außerdem warnte er die Europäer, auf die Strafzölle der USA mit Vergeltungsmaßnahmen zu reagieren. Wer das mache, begehe einen Fehler, sagte Trump.

Das Kräftemessen geht also weiter.


Mit Material von dpa


Fühlen

Elisa bekam mit 18 Leukämie. Hier erzählt sie, wie sich ihr Leben verändert hat
"Ich habe mich gefragt, ob ich jetzt sterben muss."

Schmerzen in der Brust, Übelkeit, blaue Flecken, Antriebslosigkeit: Wer diese Symptome googelt, landet schnell bei der Diagnose Krebs. Meistens stellt sich die Einschätzung von Doktor Google als falsch heraus.

Bei Elisa war das anders. 

Sie hatte gerade ihren 18. Geburtstag gefeiert und kam von einer Studienfahrt aus Wien zurück, als die Schmerzen und die Antriebslosigkeit immer stärker wurden.