Die Polizei fahndet öffentlich mit Bildern nach möglichen G20-Straftätern. In der umstrittenen Aktion werden Fotos und Videos von G20-Demonstrationen aus dem Sommer gezeigt – wer Personen erkennt, soll sie der Polizei melden. (bento)

Die Polizei hofft so, mutmaßliche Gewalttäter, Plünderer und Brandstifter zu finden. Auch, wenn gar nicht klar ist, ob die Menschen auf den Fotos überhaupt Straftaten begangen haben – oder ob sie nur zufällig in der Nähe waren.

Ein CDU-Nachwuchspolitiker hat nun auf Twitter das Fahndungsfoto einer jungen Frau geteilt – inklusive sexistischem Spruch.

Konrad Schäfer ist bei der Jungen Union, auf Twitter beschreibt er sich als "Konservativ. Christdemokrat." Zum geteilten Foto der jungen Frau schrieb er:

Gar nicht mal so hässlich für eine Linksextreme. Seltsame Hose aber. #Terrormaus #G20 #Fahndung.

Den Tweet hat er mittlerweile wieder gelöscht. Andere Nutzer haben allerdings Screenshots gemacht:

Auf Twitter halten viele den Spruch von Schäfer für völlig daneben. Weder ist klar, ob die Frau eine Straftat begangen hat – noch ist das Aussehen der "Terrormaus" irgendwie relevant bei der Strafverfolgung. 

Schnell hat sich der Hashtag #CDUrensohn etabliert. Das sind die Reaktionen: 
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Schäfer hat sich mittlerweile entschuldigt, das Bild geteilt zu haben. Er – angehender Jurist – sei "zu Unrecht" davon ausgegangen, "dass auch Privatpersonen Fahndungsbilder der Polizei teilen dürfen". 

Wofür er sich allerdings nicht entschuldigt hat: Dass er das Bild mit einem sexistischen Spruch geteilt hat.

Gerechtigkeit

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