Bild: dpa; Montage: bento

Hamburg ist dieser Tage nahe am Ausnahmezustand. Denn die Stadt erwartet die Machthaber der Welt zu Besuch – Trump, Putin, Erdogan kommen auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum zweitägigen G20-Gipfel in die Hansestadt.

Die Tagung findet mitten im Stadtzentrum statt. Aus Sicherheitsgründen ist schon Tage vorher vieles abgeriegelt, Polizei-Hundertschaften legen die Stadt lahm, Gegendemonstranten werden mit aller Härte zurückgedrängt. Dabei wollen viele friedlich demonstrieren – die Art und Weise, wie beim G20 Politik gemacht wird, finden viele falsch.

Stimmt das? Ist der G20 wirklich so sinnlos? Aber auch: Ist all der Polizeischutz gerechtfertigt?

Die wichtigsten Antworten rund um den Gipfel.

Was genau ist G20?

Was ist G20?

G20 steht für "Gruppe der 20" und ist ein Zusammenschluss der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer der Erde. Die einen sind wirtschaftlich bedeutend, die anderen aufstrebend. Beide Seiten kommen regelmäßig zusammen, um Ideen für eine globalisierte Welt zu diskutieren. 

2017 kommen die G20 auf Einladung Angela Merkels am 7. und 8. Juli in Hamburg zusammen, unter anderem US-Präsident Donald Trump, der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wollen kommen. Zehntausende Demonstranten planen zeitgleich Proteste und Aktionen gegen den Gipfel.

Wer gehört alles dazu?
  • 19 Länder sind dabei: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und die USA.
  • Und ein Staatenverbund: die Europäische Union. 

Die 20 Teilnehmer repräsentieren etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung – und dominieren gleichzeitig knapp 85 Prozent der Weltwirtschaftsleistung (gemessen am Bruttoinlandsprodukt).

  • Zusätzlich sind sechs Gastländer eingeladen: Aserbaidschan, Malaysia, Senegal, Singapur und Simbabwe. Spanien hat einen ständigen Gaststatus.
  • Außerdem nehmen viele internationale Organisationen teil – wie die Uno, die Weltbank und der Weltwährungsfonds.
(Bild: G20 )
Wie funktioniert ein G20-Gipfel?

Ein Land übernimmt die Schirmherrschaft und organisiert das Treffen. Die Idee: Wenn die Staats- und Regierungschefs der Länder im Angesicht zusammenkommen, können sie Probleme besser besprechen – und gemeinsam Lösungen finden.

Bereits im Vorfeld treffen sich daher Unterhändler, sogenannte Sherpas, und Zuarbeiter, die Sous-Sherpas, zu Gesprächsrunden. Sie arbeiten aus, was die Staatsoberhäupter dann diskutieren. Die Delegationen sind dann auch bei der Abschlussrunde dabei. 

Der Gipfel ist also mehr als ein Treff der 20 Staatsfrauen und -männern – sondern ein Event mit mehreren Tausend Teilnehmern.

Was will G20 erreichen?

Es geht vor allem um eine gemeinsame und gerechtere Weltwirtschaft. Der erste G20-Gipfel fand im Jahr 2008 aufgrund der Finanzkrise statt. Mittlerweile geht es aber nicht mehr nur um Finanzfragen. 

  • Diskutiert werden nun globale Herausforderungen, die nur gemeinsam gelöst werden können: Klimaschutz und Energieversorgung, Hungerhilfe, Bildung und Sicherheit. 
Und was hat G20 bisher erreicht?

Das lässt sich nicht klar messen – denn die Staaten beschließen Selbstverpflichtungen, keine festen Regeln. Zumindest in Bezug auf die Finanzkrise hatte die Arbeit der G20 jedoch klare Auswirkungen: nämlich eine bessere Regulierung der Banken und mehr Befugnisse für den Internationalen Währungsfond (FAZ). 

Warum sind dann so viele gegen den Gipfel?
  • Sie glauben, dass der Gipfel, wenn überhaupt nur symbolischen Wert hat, aber politisch wenig verändert. So bemängeln Kritiker, dass keine konkreten Ziele vereinbart werden – zum Beispiel zum Klimaschutz, zur Hilfe für Entwicklungsländer oder für bessere Bildung.
  • Gipfel-Gegner fordern, dass auch Entwicklungs- und Schwellenländer am G20-Gipfel teilnehmen sollen. Häufig wird der Vorwurf geäußert, dass sich die reichen Industrienationen auf Kosten der armen Länder bereichern. Ein Beispiel: die Modeindustrie, die billig und zu schlechten Arbeitsbedingungen Ware produziert und sie dann teuer verkauft. Arbeiter verdienen kaum etwas, die Unternehmen umso mehr.
  • Warum findet der Gipfel überhaupt statt? Auch diese Frage stellen sich viele. Für die Beziehungen der Länder untereinander ist der Austausch wichtig, aber muss man sich dafür treffen? Reichen nicht Telefonate, kleinere Treffen? Muss so viel Geld ausgegeben werden? Für so viel Sicherheit und Einschränkungen an den Austragungsorten des Gipfels gesorgt werden? Ist das Geld nicht besser in Spenden angelegt? Gerade in Hamburg ist der Protest sehr groß – hier findet der Gipfel mitten in der Innenstadt statt. Es gibt Sperrungen im Nahverkehr. Straßen sind blockiert. Auch gefährliche Ausschreitungen könnten drohen. 
Welche Gegendemos und Aktionen sind geplant?

Mehrere Bündnisse haben zu unterschiedlichen Protestformen aufgerufen. Hier ist ein Überblick:


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