Bild: imago/Omer Messinger
Mehr als 11.400 Euro für jedes Tor der russischen Nationalmannschaft.

Schwul, das war früher ausschließlich eine Beleidigung. Bis die Gay-Community den Begriff selbst benutzte und mit positiven Merkmalen versah. Ähnlich ist es mit dem sogenannten "Slut Walks". Dabei kleiden Frauen  sich betont aufreizend und gehen auf die Straße, um zu demonstrieren, dass sie das Recht dazu haben.

Sich Ausdrücke seiner Gegner aneignen – mit dieser Methode bestärken sich diskriminierte Menschen gegenseitig.

Ein ähnliches Prinzip verfolgt das Schwulenmagazin "attitude" in einer gemeinsamen Aktion mit dem irischen Wettbüro ""Paddy Power":

Für jedes Tor, das die russische Nationalmannschaft während der WM schießt, spendet das Wettbüro 10.000 Pfund (mehr als 11.400 Euro) an die Stiftung von "attitude". Sie setzt sich für die Belange der LGBTQ-Community ein und möchte die Rechte von queeren Menschen im Fußball stärken.

So nutzen sie die Erfolge der russischen Nationalmannschaft zu ihren Gunsten.

Hintergrund der Aktion: Russland ist bekannt für seine LGBTQ-feindliche Politik. Zwei Beispiele:

  • 2013 verabschiedete die Regierung ein Gesetz, das "Propaganda für Homosexualität" in Russland unter Geldstrafe stellt.
  • Zuletzt drohten russische Hooligans den britischen Fans von "Pride in Football". Das ist eine Organisation, die sich für LGBT-Fans einsetzt.

Doch nun feuern plötzlich Putin, russische Homophobe und die queere Community dasselbe Team an. Das Vorhaben ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein PR-Stunt des Wettbüros. Gleichzeitig setzt es damit ein Zeichen gegen den umstrittenen WM-Gastgeber.

(Bild: imago/Mler-Stauffenberg)

Mit etwas Glück wird Russland bei der Heim-WM sogar die Vorrunde überstehen. Das Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien hat die Mannschaft jedenfalls schon mal mit 5:0 gewonnen.

Darren Styles, Herausgeber von "attitude", sagt: "Die Weltmeisterschaft soll eigentlich einen integrierenden Charakter haben, aber dank des Gastgebers findet sie in einem Land statt, das die LGBTQ-Community diskriminiert."

Es wird unfassbar befriedigend sein zu sehen, dass Russlands Tore gleichberechtigter Liebe zu­gu­te­kom­men.
Darren Styles, Herausgeber von "attitude"

Das Wettbüro stand in der Vergangenheit in der Kritik, weil man bei ihm auf kuriose oder geschmacklose Ereignisse wetten konnte. Ein Beispiel: Menschen konnten darauf wetten, dass Obama seine erste Amtszeit nicht beenden würde – das Wettbüro bestätigte zunächst, dass es auch zahlen würde, wenn Obama umgebracht würde. Nachdem es dafür kritisiert wurde, zog es die Wette zurück. (Belfast Telegraph)


Gerechtigkeit

Ärztin singt und tanzt während der OPs – und wird deswegen verklagt
Ihre Patientinnen und Patienten trugen bleibende Schäden davon.

Was sich Dr. Windell Davis-Boutte wohl dabei gedacht hat, als sie sich während mehrerer Operationen beim Singen und Tanzen hat filmen lassen? Scheinbar nicht viel, denn das wird ihr jetzt zum Verhängnis.