Bild: Jannis Große / bento
Wir waren bei "Fridays for Future" in Eutin

Am Freitag haben in ganz Deutschland wieder Schülerinnen und Schüler die Schule bestreikt und für mehr Klimaschutz demonstriert. Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg war bei den Protesten in Berlin dabei, auch in Frankfurt am Main, Köln und München fanden Streiks statt. (Fridays for Future)

Aber nicht nur in Großstädten macht die Jugend sich Sorgen ums Klima. Auch in kleineren Orten finden inzwischen "Fridays for Future"-Veranstaltungen statt. Zum Beispiel in Eutin im Osten Schleswig-Holsteins, einer Kleinstadt mit knapp 18.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Unser Reporter war vor Ort. 

In Berlin waren Tausende auf der Straße – in Eutin haben sich etwa 40 versammelt. 

Sie sind weniger, aber nicht weniger kreativ. Auch sie haben Plakate gebastelt und stimmen Sprechchöre an.

(Bild: Jannis Große / bento)

Die etwa 40 Demonstrierenden halten eine Schweigeminute ab, sagen, dass sie die Politik dazu ermahnen wollen, das Klima besser zu schützen. Dann werden zehn Tipps verlesen, was jeder selbst für den Klimaschutz tun kann: weniger Auto fahren, weniger Fleisch essen, den Plastikmüll reduzieren. Der Protest ist kürzer als in der Haupstadt – nach einer Stunde ist die Veranstaltung vorbei. 

(Bild: Jannis Große / bento)

Wir haben mit zwei Teilnehmern gesprochen. Was bewegt die Protestierenden in Eutin?

Kasimir, 18. Er ist Teil des Orgateams.

(Bild: Jannis Große / bento)

Das ist erst das zweite Mal, dass wir uns hier treffen. Aber wir werden das sicher in Zukunft ein bis zwei Mal im Monat machen. Es ist zeitaufwändig und ökologisch nicht sinnvoll, zum Protestieren nach Kiel oder Lübeck zu fahren. Deshalb machen wir das hier. Der Klimawandel ist ein Thema, das ein Umdenken in der gesamten Gesellschaft fordert. Deshalb finde ich es extrem wichtig, dass wir lokal Stimmung machen.

„Die Jugend kommt hier hin und setzt ein Zeichen. Das finde ich ganz toll.“

Dafür, dass wir nicht viel Werbung gemacht haben, bin ich ganz zufrieden mit der Anzahl. Aber ich hoffe natürlich, dass es in Zukunft noch deutlich mehr werden. Ich möchte den Menschen auf jeden Fall Mut machen, auch etwas zu tun – egal was. Sprecht Menschen an, versucht, selbst etwas zu verändern fürs Klima. Man kann ganz viel erreichen, man muss es einfach versuchen. 

„"Fridays For Future" ist nicht nur ein Trend, sondern erst der Anfang einer wirklich großen Bewegung.“

Für mich persönlich ist es spannend, so etwas mit zu organisieren. Auch wenn es echt anstrengend und viel Arbeit ist. Ich möchte einfach, dass sich etwas verändert. Ich kann es nur schwer mit ansehen, dass die Wissenschaft eine klare Haltung zum Klimawandel hat, sich die Breite der Gesellschaft aber offenbar nicht darum schert.

Johannes, 29, mit seinem Sohn John-Luka, ein Jahr alt. Er kommt aus Halle und besucht seine Eltern in Eutin.

(Bild: Jannis Große / bento)

Warum ich hier bin? Ziemlich einfach. Wenn wir nichts machen, geht unser Haus, also die Erde kaputt. Das wäre schlimm, vor allem für die nachfolgende Generation, mit der ich hier bin. Das Klima ist das wichtigste Thema in der Politik für die nächsten Jahre. 

„Wenn wir jetzt nichts tun, fliegt uns die Erde später um die Ohren.“

Wir sollten alle versuchen, etwas zu tun und das zu erreichen, was wir erreichen können. "Fridays For Future" ist für mich sehr beeindruckend. Wie viele junge Menschen auf den Demos unterwegs sind, wie viele Klassen Schilder malen und demonstrieren gehen. Sie setzen sich auch wirklich damit auseinander und wollen nicht nur schwänzen, was ja immer behauptet wird. Im Gegenteil:

„Sie streiken und es soll auffallen. Und das tut es.“

Je mehr Orte teilnehmen, um so besser. Weil dann mehr Menschen auf das Problem aufmerksam gemacht werden, zum Beispiel hier in Eutin. Ich fand es auch super, dass hier Tipps vorgelesen wurden, wie man selbst im Alltag klimafreundlicher handeln kann. 

Wie groß ist der Klima-Protest in einer Kleinstadt?

An diesem Tag waren es zwar "nur" 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Eutin kann aber auch größer. Am 15. März, dem weltweiten "Fridays for Future"-Streiktag, waren der Polizei zufolge 600 Schülerinnen und Schüler in der Kleinstadt dabei, den Organisatoren zufolge sollen es sogar bis zu 900 gewesen sein (Lübecker Nachrichten). 


Fühlen

Periode abschaffen – Frauen erzählen, welche Erfahrungen sie gemacht haben

Unhygienische Toiletten auf Reisen, langersehnter Wiedersehenssex, der erste Halbmarathon – es gibt unzählige Gründe, weshalb die Periode diesen Monat ausfallen soll. Viele Frauen leiden zudem vor oder während ihrer Menstruation unter Krämpfen, Migräne, Stimmungsschwankungen und Depressionen. 

Manche Frauen, die hormonell verhüten, wie etwa mit der Pille, nehmen sie deshalb durchgehend ein und setzen ihre Periode so aus. Macht man das über mehrere Monate hinweg, nennt sich das Langzyklus. Anfang des Jahres veröffentlichte der britische Gynäkologen-Verband ein Statement: Es gebe dabei keine gesundheitlichen Nachteile. Im Gegenteil: Frauenärzte und Frauenärztinnen sollen künftig ihre Patientinnen darüber aufklären, dass es kein Problem ist, die Monatsblutung auszulassen. (FSRH)

Trotzdem fragen sich noch immer viele Frauen: Ist das wirklich gesund für meinen Körper? Wir haben mit zwei Frauen gesprochen, die ihre Pille durchgenommen haben. Warum tun sie das? Wie geht es ihnen damit? Außerdem haben wir eine Gynäkologin nach ihrer Einschätzung gefragt: Würde sie Frauen empfehlen, im Langzyklus zu verhüten – oder eher abraten?