Stell dir vor, das Frauenwahlrecht würde wieder abgeschafft werden. Einfach so, zack! Wie würde die deutsche Politik dann aussehen? Wäre alles anders? 

Darauf gibt es natürlich keine klare Antwort. Aber wenn man sich die Umfragewerte der aktuellen Sonntagsfrage ansieht, bekommt man ein Gefühl dafür: Denn Männer und Frauen wählen sehr unterschiedlich.

Wie würde der Bundestag aussehen, wenn am Sonntag Wahlen gewesen wären, und nur die Männer abstimmen durften?

Ganz schön konservativ. Die stärkste Partei ist bei den Männern die CDU/CSU mit 23 Prozent der Stimmen, direkt auf Platz zwei folgt schon die AfD mit 22 Prozent. Die Grünen und die SPD bekämen von den Befragten jeweils 16 Prozent der Stimmen. 

Bei den Frauen wären die Grünen mit 28 Prozent die stärkste Partei, die Union die zweitstärkste mit 27 Prozent. Die SPD erreicht lediglich 14 Prozent. Die AfD bekäme von den Frauen nur sieben Prozent – also weniger als ein Drittel der Stimmen der Männer.

Das ist ja jetzt reine Theorie. Wie unterschiedlich haben Männer und Frauen tatsächlich bei der Bundestagswahl 2017 gewählt?

Auch hier sehen wir: Es sind eher die Männer, die AfD wählen, und eher die Frauen, die ihre Stimme den Grünen geben. 

Bei beiden Geschlechtern ist die Union die stärkste Kraft und die SPD die zweitstärkste. Bei den Männern folgen dann AfD und FDP, bei den Frauen die Grünen und die FDP. 

Männer und Frauen sehen die Welt offensichtlich etwas unterschiedlich und wählen auch entsprechend anders – besonders an der Stimmenverteilung bei AfD und Grünen zu sehen. 

Aber es gibt ja das Frauenwahlrecht. Ist damit also alles geschafft?

Nein. Die Stimmen von Frauen haben zwar inzwischen deutlich mehr Einfluss als bei der Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren. Trotzdem gibt es noch viel zu tun, um wahre Gleichberechtigung der Geschlechter zu erreichen. Hier sind die nächsten drei Dinge, die sich ändern müssen:

1. Mehr weibliche Abgeordnete im Bundestag

Derzeit liegt der Frauenanteil im Bundestag bei 30,9 Prozent – im historischen Vergleich ein sehr niedriger Wert. Vor allem in den Fraktionen von AfD, FDP und CDU/CSU sitze oft "ein Meer von grauen Anzügen", hatte Justizministerin Katarina Barley der "Bild am Sonntag" gesagt. Bei den von den Frauen besonders häufig gewählten Grünen sind von den 67 Abgeordneten im Bundestag 39 Frauen.

Denn nur, wer mitmacht, kann auch etwas ändern. Historisch betrachtet mussten sich Frauen jeden Fortschritt selbst erkämpfen – es wurde nie von den machthabenden Männern für sie getan.

2. Auch abseits der Politik: Mehr Frauen auf wichtigen Wirtschaftsposten

Kanzlerin Angela Merkel kommentierte den Aufholbedarf der Frauen so: Viele Menschen sähen Deutschland nur wegen seiner weiblichen Kanzlerin als Musterland in Sachen Gleichberechtigung – das gefällt ihr nicht. "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", sagte sie am Montag bei einem Festakt zum 100. Jahrestag des Frauenwahlrechts. "Aus der Tatsache, dass es mich gibt, darf kein Alibi werden", so Merkel.

Sie sagte, dass in der Politik genau wie in Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Kultur Parität – also eine gleiche Besetzung aus Frauen und Männern – das Ziel sein müsse.

Frauenministerin Franziska Giffey kritisierte auch die Zusammensetzung deutscher Unternehmensvorstände: Sie seien immer noch zu 94 Prozent mit Männern besetzt. Dies müsse sich ändern. Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen als Daueraufgabe.

3. Gleiches Geld für gleiche Arbeit

Frauen bekommen in Deutschland für die selbe Arbeit noch immer 21 Prozent weniger Lohn als Männer (tagesschau). Das ist nicht fair und muss sich ändern.

Selbst Kinder verstehen das:

Mit Material von dpa


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