Bild: Elena Rossini
Und das tut sie mit Erfolg.

In Sachen Gleichberechtigung hinkt die Filmindustrie hinterher: Frauen sind unterrepräsentiert, sie werden schlechter bezahlt. Und die #MeToo-Debatte hat gezeigt, dass Frauen außerdem von höher gestellten Männern bedrängt werden, die glauben, ihre Machtposition ausnutzen zu können. 

Eine Frau, die sich dafür einsetzt, dass sich endlich etwas ändert, ist Elena Rossini. Die italienische Regisseurin, Produzentin und Cutterin möchte mit ihrem Projekt "This Is What a Film Director Looks Like" dazu beitragen, dass Frauen in der Filmindustrie sichtbarer werden. Dafür hat sie 100 GIFs kreiert – und sie auf der Plattform Giphy hochgeladen. Auf den Wackelbildern sind Frauen und Menschen aus Minderheiten in ihrer Funktion als Regisseurinnen und Regisseure zu sehen. 

"Seit ich meinen Abschluss gemacht habe und in der Filmindustrie tätig bin, kämpfe ich mit einem großen Problem: Glaubwürdigkeit", schreibt Rossini auf ihrer Webseite. Wann immer sie sich als Regisseurin vorstelle, würden die Menschen sie fragen, ob sie eine Filmstudentin sei oder was für "kleine Filmchen" sie denn drehen würde.  

Was man nicht sieht, kann man nicht sein, hat die Menschenrechtsaktivistin Marian Wright Edelman gesagt. Rossini hat sich diesen Satz zu Herzen genommen und beschlossen, die Plattform Giphy mit Bildern von Frauen und Menschen aus Minderheitengruppen zu bevölkern. Um endlich ein Umdenken zu bewirken, um Frauen in typischen "Männerberufen" endlich in den Köpfen der Menschen präsent zu machen. 

Täglich teilen etwa 300 Millionen Giphy-Nutzer rund 2,5 Milliarden Giphys über Netzwerke und Nachrichtendienste (New York Times). Was auf der Plattform zu finden ist, prägt also das Weltbild von nicht allzu wenigen Menschen. Und genau deswegen ist Giphy womöglich genau der richtige Ort, um Inhalte zu platzieren, die Nutzer an eine Tatsache gewöhnen: Ja, es gibt Frauen in der Filmbranche.

"So sieht eine Regisseurin aus", steht auf den GIFs, dazu bewegte Bilder von Sofia Coppola, Angelina Jolie, Gaylene Preston. Sie alle sind an ihrem Arbeitsplatz zu sehen, vor oder hinter Kameras, im Studio, mit Kopfhörern auf. Arbeitende Frauen in der Filmbranche, aufbereitet für die vielen Millionen Giphy-Nutzer:

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Bevor Rossini das Projekt gestartet hatte, im September 2017, fand man bei Giphy unter dem Suchbegriff "Film Director" lediglich Regisseure, Davind Lynch etwa oder Alfred Hitchcock. Nun taucht dort unter den ersten Treffern auch Haifaa Al-Mansour auf, die erste Regisseurin Saudi-Arabiens, die 2013 ihren ersten Kinofilm herausgebracht hat. 

Rossini reiht sich mit ihren GIFs in einen Protest, der immer lauter wird – und der vor allem in der Filmbranche stattfindet. Beim Filmfestival in Cannes protestierten 82 Frauen auf dem roten Teppich, sie stellten sich gemeinsam auf, um darauf hinzuweisen, dass in der gesamten Geschichte des Festivals nur 82 Filme von Regisseurinnen gezeigt wurden, dagegen aber 1886 von Männern. (bento

Auch Männer sind dagegen: Superstar Benedict Cumberbatch etwa, der gerade verkündete, er werde keine Rollen mehr annehmen, wenn die Kollegin an seiner Seite weniger verdiene als er. (bento)

"Wie viele Regisseurinnen kennst du?", fragt Rossini die Nutzer mit ihren Bildern. Ihre Hoffnung ist, dass den Menschen, wenn sich ihre GIFs denn teilen, bald mehr Namen einfallen als bisher.


Food

Wie mir eine Dose Ravioli mal das Leben gerettet hat
Alles Liebe zum 60.!

Vor 60 Jahren, im Mai 1958, wurden erstmals Ravioli in eine Dose gepresst. Vom nobel vermarkteten Familien-Essen wandelte sich die Pasta-Konserve zur billigen Studi- und Festivalnahrung – und zum Lebensretter, auf dem Campingplatz und in der Klausuren-Phase. 

Wir gratulieren zum Geburtstag – mit einer wahren Geschichte:

Wie mir Ravioli einmal das Leben gerettet haben. 

Juli 2014, irgendwo nahe Cuxhaven. 32 Grad, keine Wolke am Himmel.