In diesem Jahr feierte #MeToo seinen ersten Geburtstag. Frauen auf der ganzen Welt berichten verstärkt von Machtmissbrauch, wie ungerecht sie oft noch behandelt werden und von sexuellen Übergriffen. Sie fühlen sich ermutigt, ihre Erlebnisse zu teilen, nicht mehr zu schweigen, stark zu sein.

Auch darüber hinaus haben Frauen, sich in diesem Jahr für ihre Rechte eingesetzt. Einige von ihnen wehrten sich vor Gericht gegen Übergriffe, sie standen auf einem Podium, und haben für ihre Überzeugung gekämpft, auf Missstände aufmerksam gemacht oder wurden von einer Jury für ihre Leistungen gewürdigt.

Wir haben Ereignisse gesammelt, in denen Frauen ihre Stärke bewiesen haben. Das sind die zwölf eindrucksvollsten Momente 2018.

Das Bild stammt von einem Empfang im Capitol im Juli.

Larry Nassar arbeitete jahrzehntelang als Mannschaftsarzt und Trainer des US-Turnteams. In dieser Position missbrauchte er Hunderte Mädchen und junge Frauen sexuell. Im Januar sagten fast 160 Frauen in einem Prozess gegen ihn aus – und gewannen. Nassar wurde verurteilt. (bento)

(Bild: Larry Busacca/Getty Images for Coachella)

Beyoncé spielt als erste schwarze Frau als Headlinerin beim Coachella-Festival in Kalifornien. Und dann treten auch noch Destiny's Child auf. (bento)

(Bild: dpa/ John Mccall/S)

Im Februar erschoss ein 19-Jahriger an einer Schule in Parkland 17 Menschen. Schülerinnen und Schüler riefen daraufhin zum Protest gegen Waffengewalt auf und forderten eine Reform der Waffengesetze. Hunderttausende kamen beim "March for our Lives" zusammen. Die Anführerin: eine 18-jährige Schülerin namens Emma González. (bento)

Im Mai flogen Irinnen aus der ganzen Welt nach Hause, um ihre Stimme gegen das dortige Abtreibungsverbot abzugeben (bento). Es war im weltweiten Vergleich eines der härtesten Gesetze gegen Schwangerschaftsabbrüche und führte jahrzehntelang dazu, dass irische Frauen zu illegalen Mitteln griffen, um ungewollte Schwangerschaften zu beenden und sich damit in Gefahr brachten. Am 26. Mai 2018 war endlich klar: Das Verbot wurde gekippt. 

(Bild: Melina Mara-Pool/Getty Images)

Brett Kavanaugh kämpfte um einen Richterposten am Supreme Court – und gegen Missbrauchsvorwürfe. Die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford warf Kavanaugh vor, er habe 1982 versucht, sie zu vergewaltigen. Vor dem US-Senat hielt sie eine beeindruckende und emotionale Rede. (bento)

(Bild: dpa / Adam Hunger)

Im September legte sich Serena Williams mit einem Schiedsrichter bei den US-Open an. Dabei ging es um einen Punktabzug. Williams bezeichnete ihn als Sexisten, sie fühlte sich ungerecht behandelt. Später musste sie eine Strafe dafür zahlen. (bento)

Die 80-jährige Marlies Krämer machte in diesem Jahr ordentlich Wirbel, indem sie ihre Sparkasse verklagte. Der Grund: Krämer wollte in Briefen nicht ständig mit "Kontoinhaber" oder "Kunde" angesprochen werden, sie sei schließlich eine Frau und es müsse doch möglich sein, dies auf den Formularen zu berücksichtigen (bento). Drei mal wurde ihre Klage bereits abgewiesen, doch Krämer lässt sich nicht abwimmeln: Als nächstes zieht sie vor das Bundesverfassungsgericht.

(Bild: Carsten Rehder/dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel gab sich auf dem Deutschlandtag der Jungen Union im Oktober ungewohnt feministisch. Der Parteinachwuchs wählte einen neuen, rein mänlichen Vorsitz. Merkel sagte daraufhin in ihrer Rede: "Eine kleine kritische Anmerkung sei erlaubt. Ihr geschäftsführender Bundesvorstand ist schön männlich. Aber 50 Prozent des Volkes fehlen." Und gab den jungen Parteimitgliedern dann auch noch einen Rat: "Frauen bereichern das Leben, glauben Sie mir: nicht nur privat, sondern auch politisch." (bento)

(Bild: Imago)

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern brachte zur Uno-Vollversammlung ihre drei Monate alte Tochter Neve Te Aroha mit. Für die anderen Politiker interessierte sich da niemand mehr. (bento)  

(Bild: Rainer Jensen/dpa)

Nadia Murad hat den Friedensnobelpreis erhalten. Die 25-Jährige kämpft gegen sexualisierte Gewalt und Kriegsverbrechen an den Jesiden durch den IS. In einer Rede vor dem Uno-Sicherheitsrat sagte sie einst: "Alle Verbrechen gegen Frauen und Kinder in Syrien, im Irak, in Somalis oder Nigeria müssen ein Ende finden. Überall auf der Welt. So schnell es geht." (bento)

Jahrelang kämpften Aktivistinnen in Schweden für eine neue rechtliche Definition von Vergewaltigung. Im vergangenen stimmte das Parlament für ein neues Sex-Gesetz, am 1. Juli 2018 trat es in Kraft. Was ist neu? Statt "nein heißt nein" gilt nun "ja heißt ja" – nur wenn alle Beteiligten klar zugestimmt haben, gilt Geschlechtsverkehr als einvernehmlich und damit legal. Alles andere ist Vergewaltigung (bento). Das Gesetz ist das erste seiner Art in der Welt und ein riesiger Schritt hin zu mehr Opferschutz. 

(Bild: Monika Skolimowska/dpa)

Greta Thunbergs wichtigste Botschaft: Nehmt den Klimawandel endlich ernst! Im September streikte die 15-Jährige mehrere Wochen die Schule, um vor dem Parlament in Schweden für den Klimaschutz zu protestieren. Und auch bei der Weltkrimakonferenz hielt sie eine bewegende Rede. (bento)


bento

Wie gefährlich sind Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol?
Ein Experte erklärt, ab wann man zu viele Tabletten nimmt.

Am Morgen nach einer wilden Partynacht vorsorglich eine Kopfschmerztablette einwerfen, damit der Kater gar nicht erst kommt, die Menstruationsschmerzen mit einer Ibu ruhigstellen, den Kopfschmerz mit einer Aspirin verschwinden lassen – das ist nicht weiter schlimm, das machen alle. Oder? 

Schmerztabletten zählen zu den am häufigsten verkauften Arzneimitteln in Deutschland. 

Rund 150 Millionen Packungen wandern jährlich über die Ladentheke. Das macht pro Person etwa 50 Tabletten im Jahr. Davon werden 70 Prozent ohne Rezept direkt in den Apotheken verkauft (DHS). 

Ein Riesengeschäft, die Pharmaindustrie steckt jährlich 300 bis 400 Millionen Euro allein in die Werbung für rezeptfreie Arzneimittel (DHS). Dort wird propagiert, wie Schmerzmittel den Alltag erleichtern. Schließlich gibt es für jede Körperstelle die passende Tablette: gegen Kopfschmerzen, Zahn- oder Rückenschmerzen. Viele Frauen bekämpfen so auch ihre Menstruationsbeschwerden. 

Der Umsatz bei Schmerzmitteln beträgt rund 572 Millionen Euro. Und das Geschäft wächst: Laut Prognose wird 2023 ein Marktvolumen von 583 Millionen Euro erreicht. Ein Umsatzwachstum von 0,4 Prozent. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in Deutschland für Schmerzmittel knapp sieben Euro pro Kopf umgesetzt (Statista). Unter den 20 meistverkauften Arzneimitteln in Deutschland sind allein elf Schmerzmittel.