Bild: dpa/Thibault Camus

An vielen Orten auf der Welt beten Muslime nicht nur in Moscheen, sondern auch auf der Straße. Dann, wenn die Moschee nebenan schon voll ist oder auch dann, wenn einige Muslime einfach nur so zusammenkommen und gemeinsam beten wollen. Gläubige Muslime beten fünf Mal am Tag zusammen – der Ort wird dann zweitrangig.

Auch in Frankreich beten Muslime gelegentlich auf den Straßen, vor allem in den Pariser Vororten. Nun hat sich eine Gegenbewegung gegründet, die das Beten als "inakzeptable Nutzung" des öffentlichen Raumes ansieht. 

Also will der französische Innenminister genau das verbieten. 

Gerard Collomb sagte am Sonntag: "Sie werden keine Straßen-Gebete mehr haben, wir werden Straßen-Beten verhindern." Gleichzeitig betonte Collomb, dass man nicht das Beten an sich verbieten wolle – "Muslime müssen einen Ort zum Beten haben". (The Local/France Info)

Der Ansage geht ein konkreter Streit voraus. Im Pariser Vorort Clichy-la-Garenne wurde im März eine beliebte Moschee geschlossen – das Gebäude sollte für eine Bibliothek genutzt werden. Also protestieren Muslime seither mit öffentlichen Gebeten gegen die Schließung.

  • Der Bürgermeister von Clichy-la-Garenne sagte, es gebe bereits eine Ersatzmoschee. 
  • Die Gemeinde antwortete, diese sei zu klein für alle und zu weit abgelegen.
Gegner hatten sich vergangenen Freitag den Betenden entgegengestellt und die französische Nationalhymne gesungen, um sie zu stören.

Das Verbot öffentlichen Betens soll den Streit nun lösen, sagt Innenminister Collomb. Die Muslime von Clichy haben aber schon angekündigt, trotz Verbots weiter auf den Straßen vor der geschlossenen Moschee beten zu wollen.


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Gericht verhandelt über "Fack ju Göhte"
Ist der Titel sittenwidrig?

Die Sprache in "Fack ju Göhte" ist nicht höflich. Im Gegenteil: In der Komödien-Triologie teilt Hauptdarsteller Elyas M'Barek gern aus, und zwar am liebsten möglichst derbe. Wäre ja auch langweilig sonst. 

Die Machart hat den Produzenten der Constantin Film Produktion großen Erfolg beschert. Es hat sie aber auch vor Gericht gebracht: Am Montag verhandelt das Gericht der Europäischen Union (EuGH) über die Sittenwidrigkeit des Titels "Fack ju Göhte". (Zeit Online)