Bild: Magnus Wennman
Nachdem du diese Fotos gesehen hast, wirst du sie nie wieder vergessen.

Es macht einen Unterschied, ob man nur die Augen schließt oder wirklich schläft. Gulistan, sechs Jahre alt, weiß das. Sie mag nicht schlafen, sonst kommen die Albträume, deswegen tut sie manchmal nur so, als ob sie schlafen würde und verschließt ihre Augen.

Gulistan vermisst das Kissen, das sie in ihrem Haus in der syrischen Stadt Kobane zurücklassen musste. In Suruc, wenige Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze entfernt, benutzt sie nun ihre Mutter als Kissen.

Der schwedische Fotograf Magnus Wennman hat sich von Kindern erzählen lassen, wie sie ihre Flucht erlebt haben. Für sein Projekt "Where The Children Sleep" hat er die Orte fotografiert, an denen Kinder schlafen, die mit ihren Familien aus Syrien fliehen mussten: Die Fotos zeigen die Kinder im Krankenhausbett, auf dem Waldboden und an Grenzübergängen.

Monatelang war Wennman für dieses Projekt in Serbien, Ungarn, Griechenland, der Türkei und in Jordanien unterwegs. Die Fotos werden in den kommenden Wochen in verschiedenen europäischen Ländern ausgestellt, außerdem hat Wennman sie nun als Buch im Kehrer Verlag herausgebracht.

Zum Durchwischen: Where The Children Sleep
Es ist schon nach Mitternacht, als Ahmed in Horgos, Serbien, einschläft. Während der langen Fußmärsche trägt er einen eigenen Rucksack.
"Er ist tapfer und weint nur manchmal am Abend", sagt sein Onkel. Er kümmert sich um Ahmed, seit dessen Vater in der syrischen Heimatstadt der Familie, Deir ez-Zor, getötet worden ist.
Fara liebt Fußball. Ihr Vater presst für sie alles mögliche zu einem Ball zusammen. Nur halten diese Bälle nicht lange.
Jede Nacht wünscht er Fara und ihrer neunjährigen Schwester Tisam, hier in Jordanien, eine gute Nacht. Er hofft, dass er ihnen am nächsten Tag einen richtigen Ball bringen kann.
Alle anderen Träume scheinen unerreichbar, aber dieses eine Ziel gibt er nicht auf.
Iman hat eine Lungenentzündung. Dies ist ihr dritter Tag in einem Krankenhausbett in Jordanien. Normalerweise ist sie ein glückliches Mädchen, nun ist sie müde.
"Iman rennt oft herum, wenn es ihr gut geht. Sie liebt es, im Sand zu spielen", sagt ihre 19-jährige Mutter Olah.
Lamar musste ihre Puppen, die Spielzeugeisenbahn und ihren Ball in Bagdad zurücklassen. Eine Bombe hatte das Haus der Familie zerstört.
Zweimal haben Lamar und ihre Verwandten versucht, mit einem Schlauchboot von der Türkei nach Europa zu gelangen. Jetzt haben sie es nach Serbien geschafft, bis zur geschlossenen ungarischen Grenze.
Jetzt schläft sie auf einer Decke. Durchgefroren, traurig und ängstlich.
Mohammed liebt Häuser. Zu Hause in Aleppo wanderte er gern durch die Stadt und schaute sie sich an. Viele seiner Lieblingsgebäude sind aber inzwischen zerstört.
Er träumt davon, Architekt zu werden. Jetzt liegt Mohammed in seinem Bett im Krankenhaus von Nizip in der Türkei und fragt sich, ob dieser Traum jemals in Erfüllung gehen wird.
Ralia und Rahaf leben auf den Straßen Beiruts. Sie kommen aus Damaskus, eine Granate tötete dort ihre Mutter und ihren Bruder.
Seit einem Jahr schlafen sie nun schon zusammen mit ihrem Vater auf Pappkartons. Als Rahaf sagt, sie habe Angst vor bösen Männern, fängt Ralia an zu weinen.
In Aleppo hatte Walaa ein eigenes Zimmer. Im Flüchtlingslager in Dar-el-Ias im Libanon weint sie jeden Abend, die Angriffe kamen immer nachts.
Tagsüber baut ihre Mutter für sie Häuser aus Kissen. So will sie Walaa zeigen, dass sie keine Angst vor ihnen zu haben braucht.
Sham liegt in den Armen seiner Mutter – direkt an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn.
Vor ein paar Tagen noch wurden Flüchtlinge durchgelassen. Sham und seine Mutter kamen zu spät.
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Der Syrien-Krieg sei schwer zu durchschauen, sagte Wennman zu CNN. "Aber es ist nicht schwer zu verstehen, dass Kinder einen sicheren Ort zum Schlafen brauchen." Sie seien wirklich die unschuldigsten Opfer dieses Krieges. "Ich will, dass Menschen die Geschichten der Kinder hören", sagte Wennman im Interview mit der Deutschen Welle. "Wer die Fotos gesehen hat, kann nur schwer sagen, dass wir die Grenzen schließen sollten."

Tatsächlich machen die Fotos das Schicksal der einzelnen geflüchteten Menschen erfahrbar. Die Flüchtlingskrise ist keine Krise, weil viele Menschen in unserem Land Schutz suchen und nun unsere Unterstützung in Anspruch nehmen; sie ist in erster Linie eine Krise, weil Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen, hilflos an Grenzen festhängen – darunter unzählige Kinder. Wennmans Fotos erinnern uns daran.


Style

"Heathers" kommt bald zurück. Wir feiern schon mal die Klamotten
Weil wir Kinder der Neunziger sind!

Es gibt einen Film, der all die Outfits vereint, die wir selbst gern am Körper tragen würden: "Heathers". Erinnert ihr euch?

In der Komödie von 1988 bekommen wir babyblaue Blazer, Crop-Tops mit Spitze und schwarze Cordhemden vorgeführt. Dazu 7/8-Leggins, Lippenstift in altrosa, gelockter Bob und Haargummis mit Stoff-Ummantelung.