Update: Diese Meldung stammt ursprünglich aus dem Jahr 2016, macht aber aktuell wieder die Runde. Wir haben sie aktualisiert, um auf den Fake hinzuweisen.


Die Meldung teilt sich auf Facebook, in WhatsApp-Chats und ist auf YouTube zu finden: Geflüchtete sollen einen Weihnachtsbaum geplündert haben, der in einem Einkaufszentrum aufgestellt ist. Ein Video, das als Beweis geteilt wird, zeigt Männer, die am Baum nach oben klettern und Christbaumkugeln abreißen. Rundherum stehen Frauen, die sie mit Pfiffen anfeuern.

"Besorgte Bürger" sehen es als Beweis, wie Geflüchtete in Deutschland den Weihnachtsfrieden stören. Das Video machte bereits Weihnachten 2016 die Runde. Die Szene wurde mal angeblich im "Weserpark" in Bremen gedreht, mal soll sie in der "Altmarkt-Galerie" in Dresden aufgenommen worden sein. Seriöse Medien werden nicht als Quellen angeführt.

2018 wandert die Tannenbaum-Attacke wieder durchs Netz – dieses Mal fand sie angeblich in einem Einkaufszentrum in Hamburg statt. Damals wie heute gilt jedoch: Es ist ein Fake.

So sehen die Posts zur Weihnachtsbaum-Meldung aus:

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Das Video stammt in Wahrheit aus Ägypten. Es wurde in der "Mall of Arabia" im Januar 2016 aufgenommen, das größte Einkaufszentrums von Kairo. Dort – wie auch in vielen anderen Geschäften in Ägypten – wird zur Weihnachtszeit nach europäischem Vorbild dekoriert. Es gibt Weihnachtsbäume, Lametta, hier und dort sogar verkleidete Weihnachtsmänner.

Weihnachten wird in Ägypten erst Anfang Januar gefeiert, im Rahmen des koptischen Christfestes. Dann werden auch – nach einem schwedischen Brauch – in vielen Einkaufszentren die Weihnachtsbäume "geplündert". In ihnen verstecken sich kleine Geschenke, die Besucher sind dazu eingeladen, sie zu finden.

Das ist das mutmaßliche Originalvideo, es handelt sich also um das Weihnachtsfest 2015/2016:

Mitte November 2016 wurde dann eine Version auf YouTube hochgeladen, die mit einem neuen Titel von einer "Attacke" spricht. Erste Posts auf Facebook verorten das Ereignis in Norwegen, dann landete das Video auch in deutschen Timelines, angeblich sei das Video hier aufgenommen worden, hieß es jetzt.

Warum sind solche Falschmeldungen gefährlich?

Sie helfen dabei, Vorurteile zu schüren und Zweifel zu sähen. Das ist für ein demokratisches Miteinander gefährlich: Fakten zählen nicht mehr, Gefühle gewinnen. Bereits im US-Wahlkampf haben Falschmeldungen die Nachrichten dominiert – und so Wählermeinungen beeinflusst.

Über den Weihnachtsbaum-Fake haben lokale Medien in Bremen und Dresden berichtet – sie stellten sogar die Bilder aus beiden Einkaufszentren gegenüber. Trotzdem glauben nicht alle der Enthüllung. Ein Blog aus Dresden schürte auch nach der Aufklärung noch Zweifel: "Die Wahrheit, nichts als die Wahrheit, ist gefragt! Doch wer kennt sie wirklich?"




Future

Was macht es mit einem, wenn man ständig am Wochenende arbeiten muss?
Fünf Menschen erzählen

Am Wochenende ausschlafen oder rumkatern, vielleicht ein bisschen Netflix oder die Oma besuchen – schön! Doch für viele Menschen bedeutet das Ende der Woche nicht gleichzeitig Entspannung. Das Lieblingscafé hat schließlich nur geöffnet, weil jemand dort arbeitet und die Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern können auch nicht drei Tage warten, bis das Personal wieder zur Arbeit erscheint. 

Etwa neun Millionen Menschen arbeiten in Deutschland an den Wochenenden – die meisten davon abends zwischen 18 und 23 Uhr (tagesschau). 

Was macht das mit einem? Wie wirkt sich die Arbeit am Wochenende auf das Privatleben aus? Und sind die Folgen auch körperlich zu spüren?  

Wir haben mit vier Menschen gesprochen, die es wissen müssen. Denn sie arbeiten, während andere ihre Freizeit genießen. 

Taris, 24, arbeitet als Koch und wohnt in Hamburg.