Einsicht nach dem Amoklauf in Florida

Scott Pappalardo war einer der Ersten. Er ist stolzer Waffenbesitzer im US-Staat New York, unter anderem gehört ihm ein halbautomatisches Sturmgewehr vom Typ AR-15. Nun hat Pappalardo es in einem Video zersägt – und das Video auf Facebook mit dem Hashtag #oneless versehen. Eins weniger.

Der Grund: Das AR-15 ist die gleiche Waffe, mit der ein 19-Jähriger vergangene Woche ein Blutbad an einer Schule in Florida anrichtete.

Der Amoklauf ist der neuste traurige Zwischenfall in einer langen Reihe von Gewalttaten an US-Schulen. Oft kehren die USA danach schnell zur Normalität zurück, aber dieses Mal scheint die Wut über die laschen Waffengesetze zu gewinnen. Es kann nicht so weitergehen wie bisher, finden viele.  

Schüler engagieren sich seit vergangenem Wochenende – und fordern die Politik heraus (bento). Nun mischen sich auch immer mehr Waffenbesitzer unter #oneless ein. 

Mit diesem Video hat Pappalardo die Waffenzerstörung gestartet:

My drop in a very large bucket #oneless

Posted by Scott-Dani Pappalardo on Samstag, 17. Februar 2018

Pappalardo erklärt zunächst, er sei großer Fan des Sturmgewehrs: "Um ehrlich zu sein, es macht einfach Spaß, mit ihr zu ballern. Ich bin kein Jäger, ich habe noch nie irgend etwas mit einer Waffe getötet. Ich schieße nur auf Zielscheiben." 

Aber sein Vergnügen sei keinen Tod wert: 

Also stelle ich jetzt sicher, dass diese Waffe nie ein Menschenleben nehmen wird.

Dann zerteilt er sein Gewehr vor der Kamera mit einer Säge. Pappalardo sagt, dass das allein nicht die Lösung gegen Gewalt ist. Aber es ist ein Anfang, sein Beitrag zur Debatte.

Das Video wurde zum Zeichen für die Forderung nach strengeren Waffengesetzen – und fand schnell Nachahmer.

Am Samstag hatte Pappalardo das Video veröffentlicht, seither hat es 21 Millionen Aufrufe. Und der Hashtag #oneless trendete auf Twitter.

Diese Waffenbesitzer taten es ihm gleich – und zerstörten ihre Sturmgewehre:

  • Amanda Meyer aus Connecticut filmte sich beim Zerstören: "Das ist der einzige Schritt, der mir einfällt, um für weniger Waffen in der Welt zu sorgen."
  • Der Facebook-Nutzer Michael T. Murphy lud am Montag ein Video hoch:

Something has to be done. #NotMyAR #1Less #oneless

Posted by Michael T. Murphy on Montag, 19. Februar 2018
  • Die Twitter-Nutzerin Deb Lentz zeigte ihr zersägtes Gewehr:
  • Das gleiche tat Nutzer Jim Elefantis:
  • Und bereits vor der #oneless-Action dokumentierte Ben Dickmann auf Facebook, wie er sein Gewehr abgab:

I’m putting my money where my mouth is (from yesterday’s FB post). This is an AR-FiveSeven, I own this rifle. It’s a...

Posted by Ben Dickmann on Freitag, 16. Februar 2018
Das Massaker von Florida ist bereits die 18. Schießerei an einer US-Schule – allein in diesem Jahr.

Trotzdem hatten Politiker im Parlament von Florida ein schärferes Waffengesetz abgelehnt. Mit einer Abstimmung von 71 zu 36 Stimmen wurde verhindert, dass bestimmte halbautomatischer Gewehre, darunter der Typ AR-15, verboten werden. (SPIEGEL ONLINE)

Schüler, die bei der Abstimmung anwesend waren, brachen daraufhin in Tränen aus. Es waren Jugendliche, die von der Schule stammen, an der vergangene Woche der Amoklauf stattfand. 

"Wenn es wieder ein Massaker gibt, wird es Ihre Schuld sein", sagte die 16-jährige Sheryl Acquaroli an die Abgeordneten gerichtet (CNN).


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Viele Dating-Apps versenden mehr Nutzerdaten als eigentlich nötig. Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Auswertung der Stiftung Warentest, die Donnerstag in der Ausgabe 3/2018 der Zeitschrift "test" erscheint. Die Tester haben dafür von November bis Januar insgesamt 22 grundsätzlich kostenlose Kennenlern-Dienste untersucht, mit alleinigem Fokus auf den Datenschutz.

Geht es in Diskussionen über Dating-Apps sonst meist um Kosten, etwaige Fake-Profile oder die Erfolgschancen, wirklich jemand kennenzulernen, hat sich die Stiftung Warentest das Datensendeverhalten der iOS- und Android-Apps der Dienste angesehen, ebenso die zugehörige Datenschutzerklärung.