In den USA hat sich eine Jugendbewegung gegründet, die erstmals die Chance hat, schärfere Waffengesetze durchzusetzen. 

Seit dem Amoklauf von Parkland in Florida organisieren Schüler von dort regelmäßig Events, Demos und Social-Media-Aktionen, um die USA aufzurütteln. Sie wollen den Verkauf von Waffen strenger regeln und so Schulen und Universitäten sicherer machen.

Allerdings haben sie einen mächtigen Gegner: die Waffenlobby NRA. Der Verein sieht den Gebrauch von Waffen als Grundrecht, mit Millionenspenden sichert er sich Stimmrechte von Politikern. Im Netz arbeitet die NRA mit Schmutzkampagnen und verdreht auch gerne Fakten.

Nun hat eine Schülerin aus Parkland die Waffenlobby mit ihren eigenen Waffen geschlagen – und gekonnt ein Video der NRA parodiert.

Sarah Chadwick gehört zur Clique der Aktivisten aus der Marjory Stoneman Douglas Highschool. Auf Twitter lud sie ein Video hoch, in dem sie eindringlich davor warnt, dass Amerikas Freiheit in Gefahr ist. Neben ihr steht eine Sanduhr. Die Botschaft: Die Zeit rinnt davon.

Ein ähnliches Video hat vorher die NRA-Sprecherin Dana Loesch aufgenommen. Mit wütender Stimme behauptet auch sie, Amerikas Freiheit sei in Gefahr. Sie sagt, Liberale, Hollywood-Stars, Sportler und Medien würden versuchen, den US-Bürgern ihre Waffen wegzunehmen. Am Ende dreht sie dramatisch eine Sanduhr um.

Das ist das Video der NRA-Sprecherin:

Und das ist die Persiflage von Schülerin Sarah:

Warum ist das wichtig?

Populisten benutzen oft ihr Recht auf freie Meinungsäußerung, um andere zu denunzieren. Oder auch Fakten zu verdrehen und Lügen zu verbreiten – eben, weil ja auch das "gesagt werden darf". 

Auch die NRA versucht auf diese Weise, die Kritik am Waffenverkauf als Angriff auf die freie Meinungsäußerung zu verdrehen. Eine wichtige Debatte um mehr Sicherheit wird so ins Absurde geführt.

Sarah Chadwick hat mit ihrem Video genau das aufgezeigt. Und selbst die pseudo-dramatische Geste der NRA-Sprecherin Loesch entzaubert: "Auch wir haben eine Sanduhr", sagt sie im Video. 

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