Zwei Fragen, zwei Antworten

Wie ist die Lage?

Im deutschen Filmgeschäft sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Egal ob als Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen oder als Produzentinnen – sie erhalten nicht die gleiche Filmförderung wie ihre männlichen Kollegen, dabei machen genau so viele Frauen einen Abschluss an deutschen Filmhochschulen wie Männer.

So sieht es nach Angaben des Medienboards Berlin-Brandenburg aus:

  • 2017 wurden von Regisseurinnen 14 Millionen Euro Fördergelder für 72 Filme beantragt. Davon haben sie 4,4 Millionen Euro für 29 Filme erhalten. 
  • Im selben Jahr haben Regisseure 34,5 Millionen Euro für 127 Filme gefordert – und bekamen 14,6 Millionen Euro bewilligt. 

Damit konnten 66 Filme realisiert werden. Der aktuelle Tätigkeitsbericht der Fördergesellschaft bestätigt das Missverhältnis zwischen Männern uns Frauen.

Frauen stoßen - trotz guter Ausbildung - in der männerdominierten Film- und Fernsehbranche immer wieder an die berühmte gläserne Decke. Ihnen fehlen nicht so sehr weibliche Regievorbilder, aber dafür tragfähige Netzwerke und familienfreundliche Arbeitszeiten.
Medienboard Berlin-Brandenburg

Geht das auch anders?

Ja. In Schweden geht die Hälfte des Budgets für Filmförderung an Frauen. Nach Angaben des schwedischen Filminstituts wurden dort 56 Prozent der geförderten Filme von Frauen produziert. 44 Prozent der Filme wurden von Regisseurinnen gedreht und 40 Prozent der Drehbücher stammten von Autorinnen. 

Die brandenburgische Landesregierung findet aber, dass es für dieses Modell nicht genügend Anträge auf Produktionsförderung gebe. Deshalb könne es nicht umgesetzt werden. (Süddeutsche Zeitung)

Der Verein "Pro Quote Film" widerspricht der Landesregierung. Der Zusammenschluss von rund 400 weiblichen Filmschaffenden, setzt sich für einen höheren Frauenanteil bei Filmproduktionen für Kino und Fernsehen ein. Der Verein ist der Ansicht, dass eine Quote von 50 Prozent einen Anreiz für Produktionsfirmen schaffen könnte, Projekte einzureichen, bei denen Frauen eine Schlüsselposition innehaben.

In den letzten zwanzig Jahren hätten in Deutschland etwa gleich viele Frauen wie Männer in den Fächern Regie, Produktion und Drehbuch einen Hochschulabschluss erreicht. 

Das schwedische Modell sei erfolgreich und könne sich nach Ansicht von "Pro Quote Film" auf Deutschland übertragen lassen. Was fehlt, sei nur der Wille dazu. (Süddeutsche Zeitung)

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass Männer 34,5 Millionen Euro der Filmförderung bewilligt bekommen hätten. Es handelt sich aber um 14,6 Millionen Euro.


Gerechtigkeit

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