Bild: dpa/Daniel Karmann

Ein Gericht hat den Sänger der linken Punkband „Feine Sahne Fischfilet”, Jan Gorkow, vom Vorwurf des Landfriedensbruchs freigesprochen. Mit ihm entlasteten die Richter zwei weitere Männer aus der linken Szene. (NDR)

Was wurde ihnen denn vorgeworfen?

Die ursprüngliche Anklage: Bei einer antirassistischen Kundgebung im Mai 2015 sollten die Männer angeblich Stühle und Flaschen auf rund 15 Neonazis geworfen haben, die die Demo stören wollten. In der Folge stürmten die Linken auf die Gruppe zu, es flogen Stühle durch die Luft. Nach wenigen Minuten war die Auseinandersetzung vorbei.

Während des Prozesses waren Bilder gezeigt worden, auf denen zu sehen war, wie teils vermummte Neonazis Stühle in der Hand halten und damit werfen. Gorkow und den anderen beiden Angeklagten konnte das nicht nachgewiesen werden.

In den Videos soll laut dem Güstrower Anzeiger auch der frühere Güstrower NPD-Politiker Nils Matischent zu sehen sein. Vor dem Gerichtssaal protestierten Hunderte Mitglieder der linken Szene.

(Bild: dpa/Bernd Wtneck)

Wie geht es jetzt weiter?

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft auf Drängen der Partei Die Linke die Ermittlungen gegen vier Rechtsextreme wieder aufgenommen. Es sei "aus Versehen" eingestellt worden, teilte sie mit. Linken-Abgeordnete Karen Larisch sprach daher von einer „Verharmlosung der Nazi-Gewalt speziell in Güstrow und im Bereich der Staatsanwaltschaft Rostock“.

"Feine Sahne Fischfilet" wurde vor zehn Jahren gegründet, die Band erlangte große Aufmerksamkeit, als bekannt wurde, dass sie vom Verfassungsschutz beobachtet wird. (NDR)

Im Verfassungsschutzbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern hieß es 2012: Mitglieder der Band seien "mit politisch motivierten Gewaltstrafen in Erscheinung getreten", vier Bandmitglieder seien zudem "wegen linksextremistischer Gewalttaten von polizeilichen Ermittlungen betroffen gewesen." 

Die antifaschistische Band engagiert sich seit Jahren gegen Neonazis, gibt Konzerte gegen Rechts. Dafür hatte sie einst sogar Bundesjustizminister Heiko Maas gelobt. Für seinen Dank an die Band wurde er kritisiert. (Süddeutsche Zeitung)


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Polizei entdeckt riesige Cannabis-Plantage in Bremen
Aus den Pflanzen lassen sich 170 Kilo Gras gewinnen.

Die Bremer Polizei hat eine riesige Cannabis-Plantage im Keller einer Lagerhalle entdeckt. Es seien rund 6700 Pflanzen gefunden worden, teilte die Polizei mit. Damit ist die Plantage die größte, die je in Bremen entdeckt worden ist. 

Mit ihren separaten Lager-, Pflanz- und Aufenthaltsräumen habe sie einer "industriellen landwirtschaftlichen Produktionsstätte" geglichen, sagte eine Polizeisprecherin. Drei Männer im Alter zwischen 35 und 50 Jahren wurden festgenommen, einer kam in Untersuchungshaft. (Weser-Kurier)