Bild: Screenshots: Twitter; Montage: bento

Regel Nummer eins im Internet: Traue niemals dem Internet! Erst recht nicht, wenn es politisch wird. In den Diskussionen um den Umgang mit linksextremer Gewalt nach dem G20-Gipfel in Hamburg ging das ziemlich schief.

Es geht um folgenden Tweet:

Eine Nutzerin teilt ihn und behauptet: Hier sieht man eine Antifa-Anhängerin, die den Stein schon zum Werfen hebt.

Mehr als 200 Mal wird der Tweet geteilt – darunter von der AfD. Das Problem: Auf dem Foto ist keine Linksextremistin. Im Gegenteil.

Das Bild sieht zunächst echt aus. Ein Logo der "Antifaschistischen Aktion" ist dabei, dazu ein Verweis auf die Rote Flora – und dass sie auf jeden Fall erhalten bleiben soll. Die Flora ist ein linkes Kulturzentrum in Hamburg, aber auch Szenetreff von Linksautonomen (hier erfährst du mehr). 

Tatsächlich wurde das Bild so bereits im Mai 2016 von Unterstützern der Flora verbreitet – also vor über einem Jahr:

Auch damals war das Bild schon gefälscht. Das Foto zeigt nämlich die Vorsitzende der Hamburger Jungen Union, der Jugendorganisation der CDU.

Antonia Niecke ist 26 und studiert in Hamburg. Außerdem engagiert sie sich in der JU. Das Bild mit dem Pflasterstein ist echt – das Antifa-Logo daneben nicht.

Die Montage basiert auf einem Screenshot aus einem Video, das Antonia 2016 für eine Kampagne der Jungen Union gedreht hatte. Darin spaziert Antonia mit einem Blumenstrauß durch das eher linke Schanzenviertel. "Meine Stadt lebt von Vielfalt und von einem friedlichen Miteinander", sagt sie, hinter ihr ist die Rote Flora zu sehen. 

Ein Schnitt, plötzlich hat Antonia den Stein in der Hand. Sie sagt: "Jeder Extremist ist Mist."

#meinestadt macht die Vielfalt aus. #Fortsetzungfolgt #staytuned

Posted by Junge Union Hamburg on Montag, 23. Mai 2016
Ursprünglich ging es also um Kritik an Linksextremisten – nun wurde die CDU-Anhängerin selbst zur Linksextremistin gemacht.

Auch von der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner wurde der neue, falsche Tweet geteilt. Antonia musste sie aufklären, dass es sich um eine Fälschung handelt. 

Sie selbst nimmt die Verwechslungen und Fälschungen mit Humor:


Musik

8 Zitate, bei denen Linkin Park genau das Richtige gesungen haben

Chester Bennington, Sänger der Band Linkin Park, ist tot. Nicht nur Kollegen und Freunde des Musikers reagieren entsetzt. Für Fans galt Chester Bennington als Idol und Vorbild – vor allem durch viele Linkin-Park-Songs. 

Als die Band Anfang der 2000er ihr Debüt-Album veröffentlichte, trafen die Musiker einen Nerv. Ein Grund dafür war unter anderem die Mischung aus Rap und Metal, die irgendwie immer ein bisschen wütend klang.

Wer damals in der Pubertät war, erinnert sich noch gut an die Zeit: All die schrecklichen Gefühlsschwankungen, durch die man einfach durch muss, wenn man erwachsen wird. Von niemandem verstanden zu werden, selbst aber auch niemanden so richtig zu verstehen. Das Gefühl, niemandem so richtig vertrauen zu können und sich irgendwie alleine zu fühlen.