Bild: Gettyimages / Gokhan Tan
Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Was ist passiert?

Bei zwei schweren Explosionen in der türkischen Hauptstadt Ankara sind 128 Menschen getötet worden, mehr als 200 wurden verletzt. Das teilte die pro-kurdische Partei HDP mit. Zunächst hatte das Innenministerium von deutlich weniger Opfern gesprochen. Die Explosionen ereigneten sich demnach im Abstand von wenigen Minuten, die erste gegen etwa 10 Uhr Ortszeit. Für Samstagmittag hatten Aktivisten zur einer Friedensdemonstration aufgerufen.

Wer sind die Täter?

Noch ist unklar, wer für die Explosionen verantwortlich ist. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu schreibt, es könne ein Selbstmordattentäter gewesen sein. Auch türkische Sicherheitskräfte gehen inzwischen davon aus, schreibt SPIEGEL ONLINE. Denn offenbar ist am Tatort kein Auto zerstört worden. Die türkische Regierung spricht von einem Terroranschlag.

Als Täter kommen laut SPIEGEL ONLINE verschiedene Gruppen infrage:

  • Der "Islamische Staat" (IS) bedroht die Türkei, weil das Land seit Juli Stellungen der Extremisten in Syrien mit Kampfjets angreift. In einem Video hat der IS Präsident Recep Tayyip Erdogan als Verbündeten des Westens bezeichnet und ihm den Krieg erklärt.
  • Auch die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat in den vergangenen Monaten für Terror gesorgt. Die Organisation hat Dutzende Soldaten und Polizisten getötet. Sie selbst bezeichnet ihre Anschläge jedoch als "Selbstverteidigung".
  • Auch die linksextremistische DHKP-C verübt immer wieder Terroranschläge. Ihr Ziel ist es, die Staatsordnung der Türkei durch einen "bewaffneten revolutionären Akt" zu zerschlagen. Wie bei der PKK richten sich ihre Angriffe überwiegend gegen Staatsbedienstete.
Was sind die Hintergründe?

Am 1. November wird in der Türkei ein neues Parlament gewählt. Am 7. Juni hatte die AKP von Präsident Erdogan erstmals seit 2002 die absolute Mehrheit verloren, und die vier im Parlament vertretenen Parteien hatten sich auf keine Koalition einigen können. Bereits vor den Wahlen im Juni waren zwei Bomben explodiert. Drei Menschen sind dabei gestorben, mehr als 200 wurden verletzt. (Mehr Informationen dazu hat SPIEGEL ONLINE)

Zwei Jahre herrschte zwischen der Regierung und der Arbeiterpartei PKK Waffenstillstand, im Juli ist er zerbrochen. Seither eskaliert die Gewalt: So sprengte sich am 20. Juli ein Attentäter in Suruc, nahe der syrischen Grenze, in die Luft. Bei dem Anschlag starben 32 Menschen.

Unsere Quellen

Update, 12. Oktober: Zahl der Toten von 86 auf 128 angepasst.