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Drei Fragen – drei Antworten.

Am 26. Mai ist Europawahl. Und es wird spannend:  

  • Strafen die Wählerinnen und Wähler in Deutschland Union und SPD dafür ab, dass sie trotz großer Proteste die Urheberrechtsreform durchgeboxt haben? 
  • Machen die Menschen die Abstimmung zur "Klimawahl", wie es Luisa Neubauer von "Fridays for Future" fordert? (Twitter
  • Und wie stark schneiden rechtspopulistische Parteien in ganz Europa ab? 

Um das besser einschätzen zu können, hat die Bertelsmann-Stiftung jetzt die Studie "Europa hat die Wahl" veröffentlicht. Darin wurden Menschen in zwölf EU-Ländern nach ihren Wahlabsichten und ihrer Einstellung zu populistischen Positionen befragt.

Zentrales Ergebnis der Befragung: Viele Menschen wissen bisher vor allem, wen sie nicht wählen wollen. 

Allen Parteigruppierungen gegenüber gibt es wesentlich mehr explizite Ablehnung als Zustimmung. 


Laut den Forschern könne das darauf hinweisen, dass viele nicht für die Partei stimmen, die sie am besten finden, sondern gegen die Parteien, die sie am stärksten ablehnen

Welche Auswirkungen kann es haben, wenn Menschen ihre Wahlentscheidung aus Protest gegen andere Parteien treffen? 

Darüber haben wir mit Anja Bohländer gesprochen. Sie ist Politikwissenschaftlerin an der Universität Erfurt. 

Frau Bohländer, überrascht sie die Negativität gegenüber vielen Parteien?

Nein, das überrascht nicht. Die Wahlmotivation vieler Menschen hat sich verändert. Wachsende Unzufriedenheit führt dazu, dass viele Menschen sich aus Protest radikaleren Parteien zuwenden, die erstmal einfach nur dagegen sind, selbst aber oft keine Lösungen anbieten. Durch diese Stimmung werden jahrelange Nichtwählerinnen und Nichtwähler mobilisiert, die dann tendenziell auch eher populistisch wählen. Auf der anderen Seite wählen Menschen aus dem Milieu der liberalen Wechselwähler bei Unzufriedenheit eher gar nicht als radikal. So verschieben sich dann die Mehrheitsverhältnisse.

Kann Protestwählen auch etwas Positives bewirken?

Grundsätzlich widerspricht die Protestwahl der Idee der Demokratie erstmal nicht. Jeder kann frei entscheiden, wen er warum wählen möchte. Ich denke aber, dass man damit zu kurz denkt.

Wenn ich nur gegen andere Parteien stimme und nicht für eine fundierte Programmatik, von der ich überzeugt bin, werde ich wenig Veränderung bewirken.

Allerdings ist es positiv, dass die derzeitige Unzufriedenheit bei vielen Menschen zu einer größeren Politisierung führt. Viele führen im Privaten wieder mehr politische Gespräche, die Wahlbeteiligung steigt, die Beteiligung auf kommunaler Ebene auch. Das Politische ist so präsent wie lange nicht.

Was würden Sie Menschen raten, die das Gefühl haben, sich mit keiner Partei identifizieren zu können?

In einer Demokratie darf man seine Wahlentscheidung nicht nur von seinem Eigeninteresse abhängig machen. Politik ist immer ein Kompromiss, deshalb muss jeder Einzelne sich fragen: Wo finde ich den größten Anteil meiner Anliegen wieder? Ist mir Umweltschutz und günstiger Wohnraum wichtig oder schaue ich eher auf die Wirtschaft oder innere Sicherheit? Außerdem ist Politik keine Einbahnstraße, sondern auch auf Partizipation angewiesen. 

Sagt der Politik, was ihr braucht.



Streaming

Erster Trailer, erste Bilder und ein Starttermin! "Dark" Staffel 2 der Netflix-Serie kommt

Die erste deutsche Netflix-Serie "Dark", eine der erfolgreichsten nicht-englischsprachigen Serien auf Netflix, die 2018 unter anderem mit sieben Grimme-Preisen ausgezeichnet wurde, bekommt eine zweite Staffel (bento). Am 25. Juni 2018 starteten die Dreharbeiten, jetzt hat Netflix mit einem Teaser-Trailer auch bekanntgegeben, wann die zweite Staffel zu sehen ist. 

Was wir schon jetzt über die neue Staffel wissen:

Wann wird die zweite Staffel "Dark" auf Netflix gezeigt?

Ab dem 21. Juni 2019 werden die neuen Folgen auf Netflix zu sehen sein. 

In diesem Teaser-Trailer zeigt Netflix erste Bilder aus der zweiten Staffel und gibt das Startdatum offizell bekannt: